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RIP Fidi Bardusch

Das internationale Pforzheimer Reitturnier war sein Baby

Carl Fritz “Fidi” Barduschs Tod ein großer Verlust

BARDUSCH-Firmenportrait - 05.08.2005

pz-news – Carl Friedrich Bardusch, der Seniorchef des Ettlinger Textil-Dienstleisters Bardusch, ist am 14. August 2011 im Alter von 74 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Das teilte ein Unternehmenssprecher mit.

Bardusch lebte mit seiner Lebensgefährtin Fritzi Speidel-Zachmann in Pforzheim. Der passionierte Reiter war auch maßgeblich daran beteiligt, dass aus dem Pforzheimer Reitturnier eine internationale Veranstaltung wurde, die in den vergangenen Jahren viele Weltklassereiter in die Goldstadt lockte.

Bardusch hatte seine Firma, ein klassisches Familienunternehmen, vor rund 50 Jahren übernommen und die Ausland-Expansion vorangetrieben. Der Dienstleister betreut nach eigenen Angaben mit seinen 18 deutschen Niederlassungen sowie acht ausländischen Standorten rund 90 000 Kunden, einige davon in Pforzheim und im Enzkreis.

Der Seniorchef hatte zuletzt seinen Sohn Carl-Matthias und seine Tochter Christina Ritzer in die Unternehmensführung geholt, aber weiterhin selbst maßgeblich die Geschicke der Firma bestimmt. Mit den Kindern ist das 1881 gegründete Familienunternehmen nun in der fünften Generation.Die Firma Bardusch verdient ihr Geld vor allem mit dem Waschen und Bügeln von Schutzkleidung für Unternehmen sowie von Textilien für Gaststätten, Hotels und Kliniken. Mit weltweit 4000 Mitarbeitern, davon 2500 in Deutschland, im Jahr 2010 setzte Bardusch 310 Millionen Euro um.

Mit Carl F. Bardusch verliert Baden-Württemberg eine seiner herausragenden Unternehmer-Persönlichkeiten. Das Herz des ehemaligen Amateurspringreiters schlug jedoch nicht nur für den Reitsport, für den er sich maßgeblich engagierte, daneben war er auch begeisterter Skifahrer. Mit seinem sozialen und kulturellen Engagement wirkte er weltweit und ist dennoch in der Region heimisch geblieben.

Schon 1964 baute der Unternehmer die Bardusch Tochtergesellschaft in der Schweiz auf. Es folgten zahlreiche weitere Standorte weltweit. Bei allen Veränderungen war Bardusch seinen Wurzeln in Ettlingen, wo der Betrieb 700 Beschäftigte hat, treu geblieben. Dort hatte seine Urgroßmutter einst begonnen, die Hemden von Offizieren zu waschen. Das war die Keimzelle des heute weltweit operierenden Unternehmens.

„Er war mein bester Freund“

Barduschs Leidenschaft für das Reiten brachte ihn auch mit Hans Günter Winkler, dem erfolgreichsten Springreiter aller Zeiten, zusammen. Daraus erwuchs eine langjährige enge Verbindung. „Er war mein bester Freund“, sagte Winkler gestern gegenüber der PZ. Verlässlichkeit und Geradlinigkeit schätzte der mehrfache Olympiasieger an dem Ettlinger Unternehmer. Und: „Er hat mir in meinen schwersten Stunden geholfen“, sagt Winkler, dessen Ehefrau Debbie erst vor wenigen Monaten beim Reiten tödlich verunglückt war.

Das Gespann Bardusch und Winkler war maßgeblich dafür verantwortlich, dass aus dem Pforzheimer Reitturnier ein internationales Großereignis wurde. „Das Turnier war sein Baby, seine Initiative. Ohne seine Unterstützung wäre das nicht möglich gewesen“, erinnert sich Hans Schweizer, viele Jahre Vorsitzender des Pforzheimer Reitervereins, an die Anfänge der sportlichen Großveranstaltung. Bardusch war ein immer fröhlicher und geselliger Mensch, der offen auf andere zuging. „Sein Tod ist ein großer Verlust für den Verein“, sagt Schweizer

„Ich war geschockt, als ich die Todesnachricht erhielt“, sagt Christian Kraus, der amtierende Reitervereinsvorsitzende. „Mit Carl-Friedrich Bardusch haben wird einen großen Freund und großartigen Menschen verloren. “Bardusch sprach fünf Sprachen fließend. Er studierte Volks- und Betriebswirtschaft an der Hochschule in St. Gallen. Es folgten Auslandsaufenthalte in England und den USA.

Erfolgreich mit Innovationen

Der Vollblutunternehmer sammelte schon damals bei zahlreichen amerikanischen Textildienstleistern Erfahrungen. Entscheidend für den riesigen Erfolg des nach wie vor stark expandierenden Unternehmens war für Carl-F. Bardusch der Schritt vom handwerklichen Wäschereiunternehmen zum industriellen Dienstleister mit einem hochinnovativen Anspruch.

Der Ettlinger Unternehmer hat den Pferdsport im Land vorangebracht

In Memoriam Carl Fritz Bardusch – Weltmann und Badenser

PFRV_RJ_Fidi_rj05(Reiterjournal 05/11) Im gemütlichen Restaurant gegenüber seiner Firma braucht der Wirt nicht lange herauszufinden, wie Carl-Fritz Bardusch seinen Spargel haben will. «Badisch-klassisch, gell?», fragt er rein rhetorisch. «Klar, wie immer», zwinkert der Stammgast zurück.

Der runde Tisch in der Ecke steht ihm stets zur Verfügung, und der Wirt weiß, was er an dem Ettlinger Unternehmer aus der Nachbarschaft hat. Denn Bardusch lädt gerne Menschen ein. Zum Geschäftsessen oder einfach, weil sie ihm sympathisch sind. Der vielleicht bodenständigste Top-Manager der deutschen Wirtschaft ist ein großzügiger und ein geselliger Mann. „Ein Barockmensch“, wie in die FAZ einmal erkannt zu haben glaubte.

Und er ist ein Reiter. Carl Fritz Bardusch ist nicht nur der Mann, der den Pforzheimer Goldstadt Cup, jenes Turnier in seinem Heimatverein Pforzheim, vor fünfzehn Jahren gemeinsam mit Freunden aus der Taufe gehoben hat und es seither entscheiden unterstützt und fördert. Vom 13. bis 15. Juni findet der Cup 2014 als CSI*** zum fünfzehnten Mal statt. Bardusch ist einer der größten Förderer des Turniersports in Baden-Württemberg seit vielen Jahren. «Ich komm mir manchmal vor wie die Feuerwehr», grinst er, «wenn es irgendwo brennt und Geld fehlt, kommt man zu mir.» Weiter »