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Goldstadt Cup 2011

Rund um die 12. Auflage des CSI3* in Pforzheim


Niederländer gewinnt den S&G Goldstadt Cup 2011 — Thijsen und Tyson boxen sich durch

Der Niederländer Leon Thijssen Sieger im Großen Preis der S&G Automobil AG. Foto: Röhling

PFORZHEIM. Erstmals hat ein Niederländer den Pforzheimer Buckenberg gestürmt. Leon Thijssen gewann auf dem Hengst Tysen im Stechen den Großen Preis der S&G Automobil AG. Das Paar blieb im Umlauf und im Stechen fehlerfrei. 41,86 Sekunden zeigte die Anzeigentafel, nachdem der Niederländer das Stechen, für das elf Pferde qualifiziert waren, beendet hatte.

Dabei hatte der Niederländer erst am Montag erfahren, dass er in Pforzheim starten darf. „Mein erster Start hier und gleich der Hauptpreis bei diesem starken Teilnehmerfeld – was will man mehr“, freute sich der 43-Jährige, der für seinen Erfolg neben 80 Weltranglistenpunkten den Hauptpreis, ein Mercedes-Benz-Pkw B 160 im Wert von 25 500 Euro entgegen nehmen durfte. Mit Wolfgang Ritz vom Hauptsponsor S&G Automobil AG drehte er in seinem Hauptgewinn gleich eine Ehrenrunde auf dem Turnierplatz – natürlich ohne Wohnwagen, auch wenn er als Niederländer sicherlich einen daheim stehen hat.

Allerdings trennten den Sieger und seine beiden schärfsten Verfolger weniger als vier hundertstel Sekunden. Der Ire Cian O‘Connor absolvierte das Stechen mit seinen acht Hindernissen (neun Sprünge) auf seinem neunjährigen Wallach Temple Road in 42,13 Sekunden, hauchdünn vor dem Schweizer Beat Mändli auf dem elfjährigen Wallach Louis (42,22). Mit 13 000 und 9500 Euro wartete auf die beiden Platzierten aber immer noch ein stattliches Preisgeld als Trostpflaster.

Pech für Fidschi Island

Insgesamt hatten sich elf Reiterinnen und Reiter für das Stechen qualifiziert, darunter vier Deutsche. Aber die mussten sich mit den hinteren Rängen begnügen. Etwas Pech hatte dabei die einzige Pforzheimer Teilnehmerin. Die zehnjährige Stute Fidschi Island, die Günther und Dana Rösch aus Pforzheim gehört, hatte sich mit Timo Beck vom südbadischen RV Stall Hanauerland dank einem fehlerfreien Umlauf die Teilnahme am Stechen gesichert. Dort aber war die Jagd nach dem Großen Preis nicht von Erfolg gekrönt. Beck riskierte viel, hatte am Ende mit 41,74 Sekunden auch die beste Zeit – aber auch zwei Abwürfe. 1500 Euro gab es immerhin auch für Platz zehn, doch Günter Rösch trauerte etwas den höheren Preisgeld-Kategorien nach. „Mir wäre lieber gewesen, die beiden wären auf Null geritten als auf eine Sieg“, so der Pferdebesitzer. Fehlerfrei hätte nämlich mindestens Platz fünf und damit 5000 Euro bedeutet.

Doch nach vier spannenden Turniertagen in Pforzheim war man im Hause Rösch mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Schließlich hatte die Stute auch beim zweitwichtigsten Springen – dem Sparkassen-Preis am Samstag – im Stechen gestanden und belegte am Ende Platz fünf. „Zweimal in der Großen Tour im Stechen – das ist phantastisch“, sagt Günther Rösch. Immerhin hat das Duo Beck/Fidschi Island prominente Konkurrenten hinter sich gelassen. Olympiasieger wie Lars Nieberg (Homberg/Ohm) und Jos Lansink (Belgien) verpassten das Stechen des Großen Preises, der Weltranglisten-Vierte Denis Lynch konnte gar keinen der 40 Startplätze beim Top-Event der Veranstaltung ergattern.

Roger Yves Bost zum Dritten

Bei der zweiten wichtigen Prüfung des abschließenden Turniertages, dem Preis der Schmuckwelten, hatte einmal mehr Roger Yves Bost gezeigt, dass er der Boss auf dem Buckenberg war. Zum dritten Mal musste nach dem Freitag und Samstag die Marseillaise für Franzosen gespielt werden. Auf seinem 10-jährigen Hengst Nippon d‘Elle zeigte der Franzose, der tags zuvor auch den Sparkassen-Preis für sich entschieden hatte (siehe Text unten), dass er der Mann für die schnellen Entscheidungen ist. Mehr als 13 500 Euro sammelte der Franzose an vier Turniertagen auf dem Buckenberg ein – keine schlechte Quote für einen Turnier-Neuling. „Und für Nippon d‘Elle war es der erste große Sieg“, freute sich der Franzose, der im Stechen mehr zwei Sekunden vor dem Zweitplatzierten Gerco Schröder (Niederlande) auf Eurocommerce Vigaro und Cassio Rivetti (Ukraine) auf Böckmanns Lazio lag.

Kreuzfahrt gewonnen

Aber nicht nur für die Reiterinnen und Reiter gab es etwas zu gewinnen, nämlich eine Reise auf dem Kreuzfahrtschiff Aida für zwei Personen. Den Preis sicherte sich Walter Hasenmaier (56) aus Heimsheim, der seine Frau auf die Mittelmeer-Kreuzfahrt mitnehmen wird.

Am Ende waren auch beim ausrichtenden Pforzheimer Reiterverein alle zufrieden und glücklich über eine gelungene Veranstaltung. Und Oberbürgermeister Gert Hager, seit 2003 Stammgast auf dem Buckenberg, lobte: „Wir sehen hier immer ein Teilnehmer-Feld auf Top-Niveau.“

pz-news | 22.05.11 – 20:25 Uhr

“Das war echt vom Feinsten”

Große Sprünge gab es auch beim S&G Goldstadtcup 2011 wieder reichlich zu sehen. Darüber freuten sich auch Turnierorganisatorin Fritzi Speidel- Zachmann und PFRV-Präsident Christian Kraus, die hinter den Kulissen für einen reibungslosen Ablauf des Turniers sorgten. Foto: Gössele

Mehrere Tausend Zuschauer haben auch in diesem Jahr bei Kaiserwetter den 12. Goldstadt Cup für Springreiter auf dem Buckenberg verfolgt. Sie bekamen hochkarätigen Sport geboten. Hochzufrieden über die Resonanz zeigte sich auch die Mannschaft hinter den Kulissen um Turnierorganisatorin Fritzi Speidel-Zachmann und Christian Kraus, den Vorsitzenden des Pforzheimer Reitervereins.

Pforzheimer Zeitung: Frau Speidel-Zachmann, wer in diesem Jahr in die Starterlisten geschaut hat, dem ist aufgefallen, dass noch nie so viele Reiter gemeldet waren. Wird das Turnier immer beliebter?

Fritzi Speidel-Zachmann: Nach über zehn Jahren auf hohem Niveau hat das Turnier einen sehr guten Ruf – auch im Ausland. Mit einem so riesigen Andrang haben aber selbst wir nicht gerechnet. Die Warteliste war lang. Neben vielen deutschen Reitern hat uns diesmal vor allem das große Interesse der Ausländer umgehauen. Das war echt vom Feinsten.

PZ: Vom Feinsten war auch deren Leistung in den einzelnen Prüfungen. Allein der Franzose Roger-Yves Bost hat bei seiner Turnierpremiere gleich drei S-Springen gewonnen…

Speidel-Zachmann: Auch für ihn selber war das sicher eine kleine Sensation. Als Mannschafts-Weltmeister von 1990 ist er zwar kein unbeschriebenes Blatt. Die Begeisterung an jedem Turniertag stand ihm aber deutlich ins Gesicht geschrieben. Und er war todtraurig, dass es zum Auto im Großen Preis nicht auch noch gereicht hat.

PZ: Das hat ihm am Sonntag Leon Thijssen weggeschnappt, der als erster Holländer diesen Preis gewonnen hat. Müssen sich die deutschen Reiter Sorgen machen?

Speidel-Zachmann: Sicher nicht. Wir hatten ja schon genügend deutsche Sieger beim Großen Preis, aber auch Ausländer wie den Ägypter Abdel Said vor zwei Jahren. Im Gegensatz zu anderen Turnieren können wir uns sowieso glücklich schätzen: Viele Veranstalter haben Probleme, genügend starke Ausländer zu bekommen. Uns rennen sie quasi die Türe ein.

PZ: Herr Kraus, was wird Ihnen vom Goldstadt Cup 2011 im Gedächtnis bleiben?

Christian Kraus: Natürlich die Erfolge von Bost, Thijssen oder dem Weltranglisten-Vierten Denis Lynch. Wir haben aber auch starke Baden-Württemberger gesehen. Zum Beispiel Hans-Dieter Dreher, der einen Riesenlauf hatte und drei S-Springen gewinnen konnte. Oder Timo Beck aus Hechingen, mit dem ich befreundet bin. Er hat viele gute Platzierungen eingefahren. Ich denke, die Mischung macht’s. Und damit kann sich auch das Publikum identifizieren.

PZ: Noch ein Wort zu Timo Beck, der auf Fidji Island, einem Pforzheimer Pferd, das Stechen im Großen Preises erreicht hat.

Kraus: Das war auch eine tolle Sache für Besitzer Günter Rösch. Bei einem Sieg hätte ich wohl beruflich als Apotheker in Aktion treten und hochdosiert Baldrian verabreichen müssen (lacht). Das wäre das i-Tüpfelchen gewesen, wenn in Pforzheim auch noch ein Pforzheimer Pferd gewonnen hätte. Aber Timo Beck als einziger Baden-Württemberger im Stechen – das war schon eine reife Leistung.

PZ: Was hat Ihnen sonst noch am Goldstadt Cup 2011 gefallen?

Kraus: Diesmal sind kaum Wünsche offen geblieben. Ein Klassewetter, volle Zuschauertribünen. Der Andrang von Freitag bis Sonntag war gigantisch. Das ist auch bei unseren Sponsoren gut angekommen, ohne die das Turnier kaum möglich wäre. Und nicht zu vergessen, die vielen strahlenden Gesichter unserer Organisationshelfer, die mit Herzblut bei der Sache sind und wieder mal großartige Arbeit geleistet haben. So kann’s weitergehen. So soll’s auch bleiben. Und das ist Gold wert in der Goldstadt.

PZ: Das Lob ging auch an Sie, Frau Speidel-Zachmann …

Speidel-Zachmann: Nach der Siegerehrung vom Großen Preis hat man ein lautes Geräusch gehört. Das war der Stein, der mir vom Herzen gefallen ist (lacht). Natürlich ist man das gesamte Turnier über wahnsinnig angespannt, damit auch ja nichts schiefläuft und alle den Parcours wieder gesund verlassen. Wenn das der Fall ist und ein Turnier gelingt, dann habe auch ich eine Menge Sonne im Herzen.

PZ: Ist das auch so, wenn Sie das Turnier im nächsten Jahr vor Augen haben?

Speidel-Zachmann: Ich bemühe mich, positiv zu denken. Es gibt aber auch Dinge, die verändert werden müssen. Unser Existenzproblem ist nach wie vor die Platznot bei den Stallungen. Diesmal hat uns die benachbarte Firma Klingel dankenswerterweise ausgeholfen. Denn inzwischen sind wir doch sehr stark eingeengt. Diese Sorge nimmt mir aber auch ein wenig die Zukunftsfreude, weil ich da nur ganz schwer eine Lösung sehe. In diesem Punkt sind wir extrem auf die Hilfe der Stadt angewiesen.

PZ: Wird es den Goldstadt Cup 2012 trotzdem geben?

Speidel-Zachmann: Es wird nächstes Jahr schon verdammt knapp. Ein Gespräch mit dem Pforzheimer Oberbürgermeister Gert Hager steht demnächst auf dem Programm. Ich hoffe einfach, dass sich da irgendeine Möglichkeit ergibt und die Stadt ein sportliches Highlight wie den Goldstadt Cup auch weiterhin tatkräftig unterstützt.

pz-news | 24.05.11 – 10:41 Uhr

Pforzheim hat einen guten Ruf in der internationalen Reiterwelt

(mps) „International so hervorragend besetzt war der S&G Goldstadt Cup noch nie – im Ausland spricht sich die Qualität unseres Turniers immer mehr herum“, betont Hans Günter Winkler und zieht ein „mehr als positives Fazit“ der 12. Auflage des S&G Goldstadt Cup, „wir haben über die vier Tage ausgezeichneten Springsport gesehen“. Die Reitsportlegende ist als Sportlicher Leiter in Pforzheim eine Institution und nennt gute Gründe, warum 2011 rund 80 Reiterinnen und Reiter aus 16 Nationen auf dem Buckenberg sattelten: „Wir machen ein Turnier von Reitern für Reiter, bieten gute Startmöglichkeiten auch für junge Pferde, und in vier Prüfungen sind Weltranglistenpunkte zu holen.“

Sein Freund und Mitinitiator bei der „Turniergründung“ im Jahr 2000, Carl F. Bardusch, ergänzt: „Mit insgesamt 161.000 Euro in den elf internationalen Prüfungen ist unser Drei-Sterne-CSI sehr attraktiv dotiert, und der Sieger im Großen Preis der S&G Automobil Aktiengesellschaft darf sich über einen Mercedes-Benz B 160 freuen.“ Mit seiner Firma Bardusch Textil-Mietdienste ist er auch einer der Hauptsponsoren des Turniers und unterstreicht, „dass wir uns in all den Jahren immer auf unsere Sponsoren und Partner verlassen konnten – dafür sind wir sehr dankbar, denn ohne Unterstützung aus der Wirtschaft ist eine Veranstaltung dieser Größenordnung nicht durchführbar“.

Von den Sattelcracks überaus geschätzt wird auch die familiäre Atmosphäre in Pforzheim. „Etwa 100 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sorgen mit viel Einsatz dafür, dass alles rund läuft“, lobt der Vorsitzende des Pforzheimer Reitervereins, Christian Kraus. „Unser Team hat viel Spaß und ist bestens eingespielt, jeder weiß, was zu tun ist.“ Dank des herrlichen Frühsommerwetters – nur am Donnerstagnachmittag sorgte nach der ersten Prüfung ein starkes Gewitter für eine Verzögerung des weiteren Zeitplans – kamen in diesem Jahr „wesentlich mehr Zuschauer auf den Buckenberg – vor allem am Freitag und Samstag“, resümiert Fritzi Speidel-Zachmann, die Geschäftsführerin der Turnier-GmbH. Sie zeigt sich zudem von der Premiere des Amateur-Springreiterclubs Deutschland e.V. sehr angetan, der sich mit drei Prüfungen der schweren Klasse auf dem Hans-Günter-Winkler-Platz präsentierte: „Pforzheim ist die dritte Station in der Qualifikation zur Amateur-Springreiter-Trophy 2012.“

S&G Goldstadt Cup: Roger-Yves Bost entscheidet auch Preis der Sparkasse Pforzheim Calw für sich — Dreher gewinnt den PZ-Preis

Am Samstagnachmittag holte sich der Franzose Roger-Yves Bost seinen zweiten Sieg im S&G Goldstadt Cup. Foto: PZ

Den „Preis der Pforzheimer Zeitung“ im zweiten Springen der Mittleren Tour beim 12. S&G Goldstadt Cup auf der Anlage des Pforzheimer Reitervereins hat der Eimeldinger Hans-Dieter Dreher gewonnen. Der Südbadener erhielt den Preis vom Verleger der „Pforzheimer Zeitung“, Albert Esslinger-Kiefer, überreicht.

Auf der neunjährigen Oldenburger Stute Lolita N blieb der für den Stall RV Dreiländereck reitende Dreher beim 12. S&G Goldstadt Cup im Zwei-Phasen-Springen fehlerfrei und war nach 31.65 Sekunden in Phase 2 im Ziel. Lediglich 4 Hundertstel Rückstand brachte Oliver Lemmer (Lohmar) mit Louisa, einer elf Jahre alten Schimmelstute mit Holsteiner Brand (0/31.69), den zweiten Platz ein. Wiederum nur 11 Hundertstel zurück, durfte sich der Niederländer Gert-Jan Bruggink als Dritter feiern lassen. Im Sattel des 14-jährigen Oldenburger Wallachs Cash Junior war er ohne Abwurf nach 31.80 Sekunden in Phase 2 „zuhause“.

Zum zweiten Mal erklang beim 12. S&G Goldstadt Cup auf dem Buckenberg die Marseillaise: Am Samstagnachmittag wurde sie wiederum für den Franzosen Roger-Yves Bost gespielt, der nach seinem Sieg am Freitag in der Großen Tour nun auch den Preis der Sparkasse Pforzheim Calw für sich entscheiden konnte. Der Mannschafts-Weltmeister von 1990 war bei strahlendem Sonnenschein im Stechen der 13 „Nuller“ aus dem Umlauf in erneut fehlerfreien 41.42 Sekunden am schnellsten und sicherte sich auf der zehnjährigen Stute Nifrane de Kreisker nicht nur 5.500 Euro Preisgeld, sondern auch noch 50 wertvolle Punkte für die Rolex Weltrangliste.

Auf dem zweiten Platz dieser zweiten Qualifikation zum Großen Preis der S&G Automobil AG am Sonntag landete die gebürtige Brasilianerin Luciana Diniz, die mittlerweile für Portugal reitet. Sie kam mit dem 12 Jahre alten belgischen Schimmelhengst Winningmood ohne Abwurf in 43.74 Sekunden der Siegerzeit noch am nächsten. Sie freute sich über 4.400 Euro Preisgeld und immerhin 45 Weltranglistenzähler. Der „Shooting-Star“ der Hallensaison, die Schwedin Angelica Augustsson, hatte die elfjährige Stute Mic Mac du Tillatrd gesattelt, mit der sie im Weltcupspringen in Göteborg siegreich geblieben war. In Pforzheim blieb sie im Stechen ebenfalls fehlerfrei und war nach 45.44 Sekunden im Ziel – 3.400 Euro Preisgeld und 40 Punkte fürs Rolex Ranking waren der verdiente Lohn.

Mit 12 Jahren lehrte ihn sein Großvater das Reiten, bis zum Alter von 18 Jahren ritt er Hindernisrennen – „und diese Vergangenheit als Rennreiter merkt man ihm noch an“, wie Ansager Michael Krieger nach dem Siegesritt konstatierte. In fehlerfreien 59.72 Sekunden fegte der Weltranglisten-Vierte Denis Lynch am Samstag beim 12. S&G Goldstadt Cup über den 390 Meter langen Parcours mit elf Hindernissen und 13 Sprüngen auf dem Hans-Günter-Winkler-Platz. Der Ire sicherte sich so auf Crocant, einem achtjährigen Holsteiner Wallach, den Preis der Creditreform Pforzheim, die zweite Prüfung der Youngster Tour. Zum Auftakt der Tour für sieben- und achtjährige Pferde war der 35-Jährige am Freitag – ebenfalls auf Crocant – lediglich auf dem 25. Platz gelandet.

Zweiter dieses Springens für Nachwuchspferde wurde der Franzose Roger-Yves Bost im Sattel von Quartz de la Lande, der mit seiner Zeit von 61.31 Sekunden ohne Abwurf lange Zeit in Führung gelegen hatte. Der Mannschafts-Weltmeister von Stockholm 1990 war mit seinem sieben Jahre jungen Fuchswallach in der ersten Youngster-Prüfung 23. geworden, hatte sich aber am Freitagnachmittag mit seinem Sieg in der ersten Prüfung der Großen Tour schadlos gehalten. Auf dem dritten Platz landete der Weltcup-Sieger von 2007, Beat Mändli aus der Schweiz. Auf Webster, einem achtjährigen, in den Niederlanden gezogenen Wallach, blieb die Uhr nach 63.42 Sekunden ohne Fehler stehen – nach dem zweiten Platz im Youngster-Springen am Freitag eine Bestätigung dieser hervorragenden Platzierung. pm

pz-news | 21.05.11 – 19:25 Uhr

Marseillaise bei Bardusch-Preis auf dem Buckenberg: Roger Yves Bost gewinnt beim Goldstadt Cup

Energisch über die Hindernisse: Der Franzose Roger Yves Bost sicherte sich auf dem 15-jährigen Hengst Ideal de la Loge zum Auftakt der Großen Tour beim S&G Goldstadt Cup den Sieg. Fotos: Hennrich

Auf dem Pforzheimer Buckenberg erklang die Marseillaise. Und es schien, als flattere die blau-weiß-rote Trikolore zu den Klängen der französischen Nationalhymne etwas munterer als die Fahnen der anderen Nationen im Winde.

Die Hymne erklang für Roger Yves Bost. Der Franzose sicherte sich gestern im ersten großen Springen beim S&G Goldstadt Cup den Sieg. Auf seinem 15-jährigen braunen Hengst Ideal de la Loge war er beim Preis der Bardusch Textil-Mietdienste schneller als alle Konkurrenten. In 61,13 Sekunden fegte das Duo über die zwölf Hindernisse (14 Sprünge), die auf einer Parcourslänge von 440 Meter verteilt waren. Am nächsten kam ihm der Ire Denis Lynch, der auf Lacroix nur 0,59 Sekunden langsamer war. Und Lars Nieberg (Homberg/Ohm) sicherte sich auf seiner 18-jährigen Stute Lucie in 63,15 Sekunden den dritten Rang. Der Rest des Feldes folgte in respektvollem Abstand.

Roger Yves Bost war natürlich mehr als zufrieden und das nicht nur wegen der 2000 Euro Preisgeld, die ihm der Sieg einbrachte. „Ideal de la Loge ist ein sehr erfahrenes Pferd“, lobte der Sieger den 15-jährigen Hengst. Ober er mit ihm auch am Sonntag im Großen Preis antritt? „Mal sehen“, gab sich der Franzose bedeckt. Das Turnier in Pforzheim, das er zum ersten Mal besucht, gefällt ihm: „Alles ist hier sehr nah beieinander.“

Wie international das Turnier in diesem Jahr daher kommt, zeigt die Siegerliste zum Auftakt der Großen Tour. Unter den Top Ten waren acht Nationen vertreten. Insgesamt absolvierten 15 Reiterinnen und Reiter unter 57 Startern den Parcours fehlerfrei.

Ähnlich international ging es beim zweiten großen Springen des ersten Tages (Preis der C. Hafner GmbH & Thermik Gerätebau) zu. Hier setzte sich aber ein Deutscher durch. Toni Haßmann (Lienen) siegte auf dem neunjährigen Hengst Baron vor der Französin Marie Pellegrin-Etter auf Cylana und der Portugiesin Luciana Dinz auf Licapo. Die ersten drei lagen dabei nur 55 Hundertstel auseinander, eine Winzigkeit also.

Freuen durfte sich auch der für den RV Dreiländereck reitende Hans-Dieter Dreher aus dem südbadischen Eimeldingen. Er gewann gestern Vormittag nach seinem Erfolg am Donnerstag auch das Eröffnungsspringen der Youngster Tour für sieben- und achtjährige Pferde um den Preis der HWI Analytik GmbH. Auf dem achtjährigen Westfalenwallach Petit Prince GG blieb er in 60,86 Sekunden ohne Abwurf. Damit verwies er den Schweizer Beat Mändli, 2007 Weltcupsieger, und seinen acht Jahre alten Wallach Webster (0/62.67) sowie Toni Haßmann (Lienen) auf Cassey S (63,33) Sekunden auf die Plätze.

Das Wetter hielt gestern und so strahlten auch die Organisatoren mit der Sonne um die Wette. „Alles passt“ freute sich auch Fritzi Speidel-Zachmann vom gastgebenden Pforzheimer Reiterverein.

pz-news | 19.05.11 – 22:15 Uhr

Der Startschuss ist gefallen: S&G Goldstadt Cup — Reitturnier der Spitzenklasse

Der Parcours ist eröffnet: Gestern waren die ersten Springreiter auf dem Buckenberg am Start. Foto: Hennrich

PFORZHEIM. Mit dem Eröffnungsspringen hat gestern der S&G Goldstadt Cup der Springreiter begonnen. Bis Sonntag kämpfen beim Pforzheimer Reiterverein auf dem Buckenberg Sportlerinnen und Sportler aus 16 Nationen um insgesamt 170 000 Euro Preisgeld und Weltranglistenpunkte.

Höhepunkt der viertägigen Veranstaltung ist die Große Tour mit dem Auftakt heute um 15.30 Uhr, dem Preis der Sparkasse Pforzheim Calw am morgigen Samstag um 13.45 Uhr sowie dem Großen Preis der S&G Automobil AG am Sonntag um 15.45 Uhr.

Weitere hochdotierte Prüfungen sind der Preis der Schmuckwelten am Sonntag (13.00 Uhr), der Goldstadt Cup morgen um 19.00 Uhr sowie die Zwei-Phasen-Springprüfung um den Preis der „Pforzheimer Zeitung“ morgen um 16.30 Uhr.

Bei gutem Wetter gewann gestern Mittag Hans-Dieter Dreher das Eröffnungsspringen (Klasse S) beim Goldstadt Cup 2011. Der 39-Jährige Reiter vom RV Dreiländereck setzte sich auf Lolita N fehlerfrei in 49,28 Sekunden durch. Auf Platz zwei kam der Schweizer Werner Muff mit Osiris du Goyen in 50,32 Sekunden. Felix Haßmann (Lienen) auf Horse Gym’s Kira wurde in 51,47 Sekunden Dritter. Wegen des Wolkenbruchs am Nachmittag wurde gestern der Start des Amateurspringens um eine halbe Stunde verschoben. Dem Platz machte der starke Regen nichts. „Der schluckt das“, hieß es auf Nachfrage der PZ.

Heute ist der Eintritt beim Goldstadt Cup frei, am Wochenende kostet ein Turnierbesuch für Erwachsene und Jugendliche ab zwölf Jahren fünf Euro. Am Wochenende pendelt zwischen 12.00 und 17.00 Uhr der Oldtimer-Bus „Goldliner“ zwischen Leopoldplatz und dem Buckenberg.

Die Verlosung für eine Aida-Kreuzfahrt findet am Sonntag zwischen dem Umlauf und dem Stechen des Großen Preises gegen 17.15 Uhr statt. ok/dom

pz-news | 19.05.11 – 09:59 Uhr | geändert: 19.05.11 – 19:20 Uhr

Großer Andrang aus dem Ausland bei S&G Goldstadt Cup 2011

Gemeinsam alle Hindernisse zu bewältigen gilt es beim Pforzheimer Reitturnier. Unser Bild zeigt (von links) den Reitervereinsvorsitzenden Christian Kraus, Springreiter Timo Beck, Michael Buck von den Schmuckwelten, Dr. Herbert Müller von der Sparkasse Pforzheim Calw, Wolfgang Ritz von Titelsponsor S&G, Reitlegende und Sportlicher Leiter Hans Günter Winkler, Turnier-Finanzchef Carl Fritz Bardusch, PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer und Oberbürgermeister Gert Hager. Foto: Ketterl

PFORZHEIM. Pressekonferenz beim Titelsponsor S&G Automobil AG Pforzheim. Internationales Flair und hochklassiger Sport: Der Pforzheimer Buckenberg wird am Wochenende wieder zum Mekka für die Reitsportler. Olympiasieger, Welt- und Europameister sind beim S&G Goldstadt Cup dabei.

80 Reiterinnen und Reiter aus 16 Nationen satteln von Donnerstag bis Sonntag (19. bis 22. Mai) ihre Pferde auf dem Gelände des Pforzheimer Reitervereins. Zwar machen sich die deutschen Spitzenreiter im Jahr 2011 etwas rar, doch aus internationaler Sicht ist die Veranstaltung wieder hochkarätig bestückt. „Die Besetzung ist wieder hervorragend“, freut sich Hans Günter Winkler. Der erfolgreichste Springreiter aller Zeiten, der fünf olympische Goldmedaillen gewann, ist Sportlicher Leiter des Pforzheimer Turniers. In diesem Jahr erlebt der S&G Goldstadt Cup, der laut Oberbürgermeister Gert Hager eine Veranstaltung „von überragender Bedeutung“ ist, seine zwölfte Auflage.

In den vergangenen elf Jahren hatte es beim Großen Preis elf verschiedene Sieger gegeben. Zwei von ihnen – Lars Nieberg (Homberg/Ohm) und der Ägypter Abdel Said (2009) – wollen versuchen, sich zum zweiten Mal in die Siegerliste einzutragen.

Großer Andrang aus dem Ausland

Ihre stärksten Konkurrenten kommen womöglich aus dem Ausland. So reist der Ire Denis Lynch, der aktuell in der Weltrangliste auf Platz vier steht, nach Pforzheim. Auch Olympiasieger Jeoen Dubbeldam (Niederlande), gerade erst Dritter beim Weltcup-Finale in Leipzig, will sich einen Teil des Preisgeldes von insgesamt mehr als 170 000 Euro und Weltranglistenpunkte in der Goldstadt sichern.

Auch Jos Lansink gehört zu den Großen seiner Zunft: Mannschafts-Olympiasieger, Weltmeister, Mannschafts-Europameister und Weltcupsieger war der Belgier bereits. Internationale Meisterehren haben aber auch die Niederländer Vincent Voorn und Albert Zoer, der US-Amerikaner Peter Wylde, der Schweizer Beat Mändli und der Franzose Roger-Yves Bost in ihrer Biografie stehen.

Im Feld der deutschen Starter stehen neben Lars Nieberg weitere Nationenpreisreiter wie Andreas Knippling, Franz-Josef „Peppi“ Dahlmann, Toni Haßmann, Max Kühner und Markus Renzel. Und natürlich ist in Pforzheim auch wieder die Elite aus dem Ländle vertreten, allen voran der fünffache baden-württembergische Hallenchampion Timo Beck (RV Stall Hanauerland).

Wer am Sonntag den Großen Preis gewinnt, bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass das Turnier weiter hohes Ansehen genießt, auch bei den Sponsoren. Ein paar neue kamen sogar hinzu, so dass das Preisgeld um rund 10 000 Euro erhöht werden kann. „Wir haben die Infrastruktur verbessert, das Turnier hat sich konsolidiert“, freute sich nicht nur Finanzchef Carl Fritz Bardusch über gute Rahmendaten der Veranstaltung, die einst als „Schnapsidee“ im Gespräch zwischen Winkler und Bardusch aus der Taufe gehoben wurde.

Eine gute Tradition

„Gute Traditionen und schlechte Gewohnheiten halten sich am längsten“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Ritz vom Turnier-Titelsponsor S&G Automobil AG. Das Reitturnier in Pforzheim zählt für ihn selbstredend zu den guten Traditionen. Für Hans Günter Winkler ist Pforzheim „eines der besten internationale Turnier in Deutschland“. Da will auch der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Pforzheim Calw, Dr. Herbert Müller, nicht widersprechen. Sein Geldinstitut hatte 2010 erstmals ein eigenes VIP-Zelt auf dem Turniergelände. „Der Ansturm war überwältigend“, berichtet er. Um das Reitturnier auch einer breiteren Bevölkerungsschicht zugänglich zu machen, verkauft die Sparkasse ermäßigte Eintrittskarten, außerdem wurden an Pforzheimer Schulen 1200 Freikarten verteilt, inklusive Freigetränk und freier Busfahrt. Für die Busfahrt auf den Buckenberg hat sich auch Sponsor Schmuckwelten etwas einfallen lassen. So wird der Oldtimer-Bus „Goldliner“ zum Turnier pendeln, berichtete Michael Buck von der Schmuckwelten-Geschäftsleitung.

Dafür, dass hinter den Kulissen beim Turnier alles glatt geht, sorgt laut dem Vereinsvorsitzenden Christian Kraus eine „tolle Mannschaft“ von ehrenamtlichen Helfern.

Der S&G Goldstadt Cup beginnt mit Amateurspringen am Donnerstag. Am Freitag geht es um 9.00 Uhr weiter, um 15.30 Uhr ist das erste Springen der Großen Tour. Höhepunkt am Samstag ist der Preis der Sparkasse (13.45 Uhr), am Sonntag stehen der Preis der Schmuckwelten (13.00 Uhr) und der Große Preis (15.45 Uhr) im Mittelpunkt. Udo Koller

pz-news | 16.05.11 – 10:55 Uhr | geändert: 16.05.11 – 20:38 Uhr