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Goldstadt Cup 2010

Rund um die 11. Auflage des CSI3* in Pforzheim


Christian Ahlmann gewinnt rasantes Stechen: Rund 4000 Zuschauer begeistert vom Großen Preis von Pforzheim

Gut vorgelegt hat Christian Ahlmann auf dem Schimmel Calvados im Stechen um den Großen Preis. Foto: Schmid

PFORZHEIM (PZ-news). Gut gebrüllt, Calvados! Der neunjährige Schimmel-Hengst, der den Parcours gerne mit einem lautstarken Wiehern betritt, hat seinen Reiter Christian Ahlmann am Sonntag zum Sieg beim Großen Preis getragen.

Rund 4000 Zuschauer sahen bei Sonnenschein ein packende Entscheidung beim Höhepunkt des Pforzheimer S&G Goldstadt Cups. So hochkarätig war der Große Preis selten besetzt. Und dass im Stechen mit Ahlmann, Meredith Michaels-Beerbaum, Marco Kutscher und Lars Nieberg vier deutsche Spitzenreiter vertreten waren, die zusammen schon unzählige Olympia-, WM- und EM-Medaillen geholt haben, gab der Sache die richtige Würze.

Pia-Luise Aufrecht (Affalterbach) eröffnete das Stechen, für das sich acht Pferde mit fehlerfreien Umläufen qualifiziert hatten, mit einem Nullfehlerritt in 44,38 Sekunden. Marco Kutscher (Hörstel) setzte auf Allerdings dann in 42,17 Sekunden das erste Ausrufezeichen.

Trösten durfte sich Michaels-Beerbaum mit 13 000 Euro Geldprämie, nachdem sie zuvor schon im Preis der Schmuckwelten als Zweite auf Shutterfly 4000 Euro eingestrichen hatte. Das große Los aber hatte Ahlmann gezogen, der als Preis eine B-Klasse von Mercedes im Wert von 25 000 Euro mit nach Hause nehmen durfte. Dabei reitet er Calvados erst seit einigen Monaten. „Er hat mich heute gut aussehen lassen“, gab der Sieger des Großen Preises die Komplimente flugs an sein Pferd weiter, ehe er mit einigen ausgesprochen flotten Runden im Parcours bewies, dass er ebenso schnell autofahren wie reiten kann.


13-Jährige gewinnt Aida-Seereise

PZ – Eine Besucherin aus Waldbronn zählte am Finalsonntag zu den großen Gewinnern beim S&G Goldstadt Cup. Die Schülerin Nina Sallinger hat bei der Tombola die viertägige Kreuzfahrt auf dem Clubschiff Aida gewonnen.

Sportbürgermeister Alexander Uhlig zog als „Glücksfee“ das Los der Schülerin – und bereitete ihr ein vorgezogenes Geschenk zum 14. Geburtstag, den sie zwei Tage später feierte.

Eigentlich ist der Viertage-Tripp auf der Aida nur für zwei Personen, doch Heribert Frei vom Lufthansa Citycenter Pforzheimer Reisebüro versicherte, dass man für einen kleinen Aufpreis auch eine Drei-Bett-Kabine buchen kann, damit die Gewinnerin ihre Eltern einladen kann. ok


Sein Beifahrer, der Vorstandsvorsitzende von Hauptsponsor S&G Automobil AG, Wolfgang Ritz, dürfte froh gewesen sein, als er das Auto nach zwei Ehrenrunden wieder verlassen konnte. Zuvor hatte Ritz bereits die Turnierveranstalter mit einer Prognose froh gemacht. „Ich bin mir sicher, dass die wirtschaftliche Lage nächstes Jahr besser ist, wenn wir wieder hier stehen“, so der Mann vom Autohaus. Hans-Günther Winkler als sportlicher Leiter und Carl Friedrich Bardusch als Finanzchef hatten in dieser Aussage die Botschaft entdeckt, dass der Hauptsponsor bei der Stange bleibt.

Die Zuschauer hatten am Sonntag bei kühlen Temperaturen, aber bei Sonnenschein, auch in den anderen Prüfungen guten Sport gesehen. Im Preis der Schmuckwelten sicherte sich Tim Hoster, der bereits am Donnerstag das Eröffnungsspringen gewonnen hatte, die 5000 Euro Siegprämie, als er im Stechen Meredith Michaels-Beerbaum mit Shutterfly auf Rang zwei verwies. Für den jungen Reiter aus Korschenbroich, der mittlerweile bei Manfred Marschall im schwäbischen Riedlingen reitet, ist es bislang ein gutes Jahr. Für seinen neunjährigen Wallach Nino Des Buissonets war es der erste große Erfolg. „Er gewinnt gerne, ich gewinne gerne“, erklärte der Reiter lachend das Erfolgsrezept des Duos, bei dem vor allem der etwas eigenwillige Springstil des Pferdes ins Auge fällt. „Er hat eine unheimliche Einstellung und ein großes Springvermögen“, lobt der gebürtige Rheinländer sein Pferd.

Lob gab es am Ende auch von allen Seiten für die Veranstalter des S&G Goldstadt Cups. „Es ist faszinierend, dass wir so ein Turnier in Pforzheim haben“, sagte Ministerpräsident Stefan Mappus. Der Spannung des Großen Preises habe er sich auch als Nichtexperte in Sachen Reitsport kaum entziehen können, so der aus Pforzheim stammende und hier lebende Landesvater. Udo Koller

PZ-news | Erstellt: 20.06.10 – 11:05 Uhr | geändert: 20.06.10 – 20:32 Uhr

Zog am Wochenende wieder Tausende Zuschauer in seinen Bann: Goldstadt-Cup — “Wer nicht kam, hat was verpasst”

Alle Hindernisse haben die Organisatoren des Reitturniers mit Fritzi Speidel-Zachmann und Christian Kraus wieder erfolgreich gemeistert. Foto: Hepfer

PORZHEIM (PZ-news). Der 11. Goldstadt-Cup für Springreiter zog am Wochenende wieder mehrere Tausend Zuschauer in seinen Bann. Besonders der Große Preis war sehr gut besucht. Das freute auch das Team um Turnierorganisatorin Fritzi Speidel-Zachmann und Christian Kraus, den Vorsitzenden des Pforzheimer Reitervereins. PZ-Mitarbeiter Peter Hepfer zog mit ihnen Bilanz.

PZ: Frau Speidel-Zachmann, selten haben am S&G Goldstadt-Cup so viele Top-Reiter teilgenommen. Einer der Glanzpunkte war sicherlich die Teilnahme von Meredith Michaels-Beerbaum?

Fritzi Speidel-Zachmann: Das kann man wohl sagen. Ihre Zusage hat uns sehr gefreut. Immerhin zählt sie seit Jahren zur Weltspitze. Dass sie aber auch ihre besten Pferde, Checkmate und Shutterfly dabei hatte, war genial. Ein bisschen hängt das auch mit ihrer Baby-Pause zusammen. Der Goldstadt-Cup war quasi ein Aufwärmprogramm für ihre Vierbeiner. Und die springen an den Hindernissen fast zwanzig Zentimeter höher als gefordert. Das war wirklich vom Feinsten.

PZ: Wie wichtig sind große Namen beim Goldstadt-Cup?

Speidel-Zachmann: Natürlich tun große Namen dem Wettbewerb gut und ziehen auch das Publikum an. Es gab in Pforzheim aber auch schon Turniere, wo nur junge Wilde gestartet sind und die Hütte trotzdem voll war. Ein, zwei deutsche Spitzenreiter im Feld heben zwar das Niveau, der Goldstadt-Cup lebt aber noch von anderen Dingen. Und man sollte nicht vergessen: Wenn du nicht das richtige Pferdematerial zur Verfügung hast, bist du selbst als Spitzenreiter ganz schnell weg vom Fenster.

PZ: Herr Kraus, was macht Sie als Vereinschef nach so einem Turnier besonders stolz?

Christian Kraus: Das sind vor allem die glücklichen Gesichter. Stolz macht mich auch, dass wir so ein tolles Turnierteam mit Fritzi Speidel-Zachmann und unserem Reitlehrer Michael Walter haben. Nicht zu vergessen Hans Günter Winkler und Carl-Fritz Bardusch. Die Reiter und Zuschauer erleben das Turnier nur vier Tage lang. Dahinter steckt aber eine monatelange Vor- und Nachbereitung mit zahlreichen Helfern.

PZ: Ein dickes Lob kam wieder von den Reiterinnen und Reitern.

Kraus: Es gibt viele große Turniere, wo eine Menge Geld investiert wird. Die sind zum Teil aber schon nach ein paar Jahren wieder von der Landkarte verschwunden. Unsere Veranstaltung ist gewachsen. Nicht nur durch unsere Sponsoren, sondern auch durch das Herzblut der Organisationstruppe. Zusammen mit den Reitern und Pferdepflegern ist das wie eine große Familie. Reiter sind ehrliche Leute. Wenn denen was nicht gefällt, kommt es zur Sprache. Deshalb ist so ein Lob besonders wertvoll.

PZ: Vom Wetter wurde der Goldstadt-Cup in diesem Jahr nicht gerade verwöhnt. Hat nach Regen und Kälte wenigstens der Finaltag am Sonntag etwas entschädigt?

Kraus: Der Sonntag war ein kleiner Volltreffer. Da hat es sich gezeigt, dass der Goldstadt-Cup längst zu einem Pforzheimer Ereignis geworden ist und die Zuschauer auch bei nicht so gutem Wetter anlockt. Zum Großen Preis hatten wir eine traumhafte Kulisse. Und ich denke, wer nicht kam, hat was verpasst und sollte nächstes Jahr vorbeischauen.

PZ: Aber das Turniergeschehen am Samstag ist noch ausbaufähig?

Speidel-Zachmann: Vor allem von der Besucherzahl war das ein trauriger Tag. Durch das kalte Wetter ist das Publikum fast eingefroren. Außerdem hatten wir durch Fußball-WM und die Pforzheimer Messe starke Konkurrenz. Gerade das Sinfonische Blasorchester aus Karlsruhe hat mir am Abend wahnsinnig leidgetan. Die haben nur vor einer Handvoll Zuhörer gespielt. Im kommenden Jahr müssen wir viel kräftiger die Werbetrommel rühren.

PZ: Haben Sie es genossen, die Siegerehrung beim Großen Preis mit Ministerpräsident Stefan Mappus machen zu dürfen?

Speidel-Zachmann: Natürlich! Das hatte schon was und passiert schließlich nicht jeden Tag. Dazu fällt mir auch noch eine nette Anekdote ein: Wir haben extra für Herrn Mappus einen Parkplatz im VIP-Bereich freigehalten. Der war einen Tag vorher allerdings an einen anderen Besucher vergeben. Als der Ministerpräsident dann am Sonntag kam, wollte ihn ein Ordner zuerst nicht parken lassen, weil der Name „Mappus“ auf der Liste fehlte. Und so etwas passiert unserem Landesvater. Das fand ich ausgesprochen witzig.

PZ: Was könnte man beim Goldstadt-Cup noch verbessern?

Kraus: In der Organisationsstruktur und hinter den Kulissen gibt es sicher noch Dinge. Was die Besetzung des Teilnehmerfeldes anbelangt, geht kaum noch was nach oben. Um das Turnier 2010 zu toppen, müssten wir fast schon den Papst holen.

Speidel-Zachmann: Vor einigen Jahren hatten wir mit Ehning, Becker, Nieberg und Ahlmann allerdings auch schon vier Olympia-Reiter zu Gast. Im Sport ist manchmal viel möglich.

PZ-news | Erstellt: 22.06.10 – 10:20 Uhr | geändert: 22.06.10 – 20:52 Uhr

Fazit der Veranstalter: Gesamtpaket “S&G Goldstadt Cup“ wird von den Reitern geschätzt

Fachsimpeleien am Rande: Ministerpräsident Stefan Mappus (rechts) und Carl F. Bardusch, der Finanzchef des Turnieres. Foto: Schmid

(mps) Eine hervorragende Besetzung mit der jungen Mutter Meredith Michaels-Beerbaum, Christian Ahlmann und Marco Kutscher an der Spitze, trotz des Regens optimale Bodenverhältnisse und demzufolge ausgezeichneter Springsport: Das Fazit der Veranstalter des 11. S&G Goldstadt Cup fällt überaus positiv aus. „Wir hatten in diesem Jahr rund 70 Reiterinnen und Reiter aus 19 Nationen auf dem Buckenberg“, freute sich der Sportliche Leiter Hans Günter Winkler, „und die kamen nicht nur, weil es in vier Prüfungen Weltranglistenpunkte zu holen gab.“

Vielmehr schätzt die internationale Reitelite am Pforzheimer Turnier das „Gesamtpaket“ – die herausragenden Bedingungen, die Dotierung und die familiäre Atmosphäre Dank der etwa 100 ehrenamtlichen „Heinzelmännchen“ beziehungsweise „Heinzelfrauchen“ des Pforzheimer Reitervereins. „Unser Team ist bestens eingespielt und jeder weiß, was zu tun ist“, konstatierte PfRV-Vorsitzender Christian Kraus. Das Credo von Springsportlegende „HGW“ und seinem Freund und Partner, dem für die Finanzen verantwortlichen Carl F. Bardusch („Wir machen ein Turnier von Reitern für Reiter“) kommt jedenfalls an und wird von den Sattelcracks entsprechend honoriert.

Bardusch, mit seiner Firma auch einer der Hauptsponsoren des Turniers, betonte, dass man sich trotz der nicht rosigen Wirtschaftssituation auf die Sponsoren und Partner verlassen könne und das Preisgeld-Niveau des letzten Jahres unverändert blieb – „das ist in heutiger Zeit nicht gerade eine Selbstverständlichkeit!“ Mit der Zuschauerresonanz zeigte er sich angesichts des durchwachsenen Wetters zufrieden, auch wenn in früheren Jahren durchaus schon mehr Besucher den Hans-Günter-Winkler-Platz säumten.

Nach der Premiere im Vorjahr entwickelte sich die Amateurtour diesmal zu einer anspruchsvollen Konkurrenz, die auch zahlenmäßig befriedigte. Fritzi Speidel-Zachmann, die Geschäftsführerin der Turnier-GmbH, hob außerdem das Klassik-Konzert des Sinfonischen Blasorchesters des Badischen Konservatoriums Karlsruhe am Samstagabend hervor, das mit seinem Repertoire unter dem Motto „Equestrians meet Music“ für glänzende Unterhaltung sorgte.

Ein „Who is who“ beim S&G Goldstadt Cup: Pferdenarren begegnen sich

Pforzheims Oberbürgermeister Gert Haager (mitte) mit Gattin Sabine und S&G-Vorstand Wolfgang Ritz. Foto: PZ

PFORZHEIM (PZ-news). Es war ein Sehen und Gesehenwerden in den Zelten des Reitturniers: Zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik, Industrie, Wirtschaft, Kultur und Sport waren als Ehrengäste geladen und verfolgten gespannt die Wettbewerbe.

Die einen nutzten die Veranstaltung als Kommunikationplattform und zur Pflege von Kontakten. Andere schwelgten in Gedanken an die eigene aktive Reiterzeit zurück. Einer davon war Jörg Augenstein: „15 Jahre lang war ich aktiver Springreiter“, verriet der CDU-Stadtrat. Trainiert hat er seinerzeit beim Reitclub Aischbach-Gürstein bei Herrenberg und dort die Stunden unter anderem von Profireiterin Meredith Michaels-Beerbaum bekommen. Über sie wurde auch eines seiner Pferde nach Amerika verkauft, merkte Augenstein an. Mittlerweile hat er beruflich zu viel zu tun, um öfters im Sattel sitzen zu können. „Ich vermisse es aber schon sehr“, gab der Stadtrat zu.

Eine, die diese Leidenschaft teilt, ist seine Parteikollegin Christine Stavenhagen. Über Umwege eroberte der Pferdesport ihr Herz und hielt sie gut zehn Jahre lang auf dem Buckenberg auf Trab. „Ich schätze die schöne Atmosphäre hier beim Turnier und bewundere die schönen Tiere. Sie machen für mich den Cup aus“, merkte die Stadträtin an.„Schon als Kind habe ich immer reiten wollen“, erzählte Sabine Hager, Ehefrau des Pforzheimer Oberbürgermeisters Gert Hager. Was sie jedoch daran gehindert habe, früh mit dem Trainieren anzufangen, sei das logistische Problem gewesen, von Kieselbronn nach Pforzheim zu kommen. „Aber als ich mein erstes Gehalt hatte, fuhr ich in die Reithalle zum Hohberg und bin dort etwa sechs Jahre lang geritten. Dort habe ich dann auch schon den Jörg Augenstein kennengelernt“, sagte Hager.

Sie denke gerne an diese Zeit zurück und könne sich gut vorstellen, sich diesem Sport später wieder einmal zu widmen. „Es begeistert mich, wie scheinbar leicht die Pferde über die Hindernisse fliegen“, meinte sie im Hinblick auf das Turnier. „Ich schaue mir das gerne an. Das ist ein wunderschöner Sport. Aber mir persönlich liegt eher das Schwimmen“, merkte der OB an.Durchs Reiten als Hobbysport hat „Kieser-Training“-Chefin Regine Schlossnickel einen besonderen Draht zum Pforzheimer Traditionsturnier bekommen. Sie genoss bereits zum dritten Mal die familiäre Atmosphäre auf dem Buckenberg.

Cup-Premiere war es für Ekkehard Haase, Chef des Möbelzentrums Birkenfeld, der das Ereignis mit Gattin Petra und Tochter Julia genoss.Ganz privat als Pforzheimer und ohne Leibwächter kam am Nachmittag auch Ministerpräsident Stefan Mappus mit seiner Familie auf den Buckenberg. Daniela Huber

PZ-news | Erstellt: 15.06.10 – 11:09 Uhr | geändert: 20.06.10 – 29:35 Uhr

Meredith Michaels-Beerbaum: Erfolgreiches Familienunternehmen

Arbeitsteilung: Die Mama Meredith Michaels-Beerbaum reitet erfolgreich im Parcours …

PFORZHEIM (PZ-news). Es gab Zeiten, da hatte Meredith Michaels-Beerbaum auf Turnieren nur einen Bezugspunkt: Ihre Pferde. Das ist jetzt anders. Kaum ist sie aus dem Parcours zurück, kennt sie nur noch ein Ziel: Ihr Töchterchen Brianne. Ehemann und Vater Markus Beerbaum wartet mit dem Nachwuchs meist schon am Abreiteplatz. „Mutter sein ist eine ganz neue Rolle für mich. Früher hatte ich nur Pferde im Kopf“, gesteht die 40-Jährige.

Kind und Beruf unter einen Hut zu bringen ist für Frauen oft nicht einfach. Und für Spitzensportlerinnen schon gar nicht. Dass Meredith Michaels-Beerbaum diese Doppelbelastung mit Bravour meistert, ist andererseits nicht erstaunlich. Sie hat in ihrem Leben schon viel erreicht, wovon andere nur geträumt haben. Als erste Frau schaffte sie es 2004 an die Spitze der Weltrangliste. Als erste Frau gewann sie einen deutschen Meistertitel – bei den Männern. Als erste Frau ritt sie in einem Championat für Deutschland. Vielleicht liegt es an ihrem Lebensmotto: „Glaube an das Unglaubliche.“

Dass Deutschland auf eine so gute Reiterin setzen kann, daran ist vor allem Markus Beerbaum schuld. Eigentlich war die US-Amerikanerin Meredith Michaels 1991 nur nach Deutschland gekommen, um ein Jahr bei Paul Schockemöhle zu trainieren. Anschließend wollte die blonde Reiterin aus Kalifornien ihr Studium der Politikwissenschaften in Princeton fortsetzen. Eigentlich. Auf dem Turnierball in Münster forderte Beerbaum die junge Reiterin zum Tanz auf. Dabei sollte es nicht bleiben. 1998 heiratete das Paar, Meredith nahm die deutsche Staatsbürgerschaft an.

Welch ein Glück für den deutschen Reitsport. Drei Europameistertitel und zweimal WM-Bronze stehen in der Historie der Reiterin, die auf ihren Erfolgspferden Checkmate und Shutterfly zudem dreimal das Weltcupfinale gewonnen hat.Niemand sollte daran zweifeln, dass Meredith Michaels-Beerbaum wieder an ihre großartigen Erfolg anknüpfen kann. Bereits sechs Wochen nach der Geburt startete sie in Hagen in einem S-Springen – und gewann. „Meine kleine Tochter hatte Hunger – ich musste also schnell reiten“, lautete ihre humorvolle Erklärung.

… Papa Markus Beerbaum hütet derweil Töchterchen Brianne. Fotos: Bechtle

Der wichtigste Grund dafür, dass Meredith Michaels-Beerbaum die Doppelbelastung Familie und Sport bewältigen kann, ist aber Markus Beerbaum. Auf die Frage, wem sie einen Orden verleihen würde, hat sie einmal gesagt: „Meinem Ehemann dafür, dass er die großzügigste und solidarischste Person auf der Welt ist, die ich kenne.“

Markus Beerbaum ist selbst ein guter und erfolgreicher Reiter. Doch jetzt sah man ihn vor allem mit Töchterchen Brianne über den Pforzheimer Buckenberg spazieren. „Er hilft mir aufopferungsvoll“, sagt Meredith.

Die Aufteilung der familiären Aufgaben hat aber auch einen sportlichen Hintergrund: Im Gegensatz zu seiner Ehefrau hat Markus Beerbaum derzeit keine Spitzenpferde zur Verfügung. Also hat er eine neue Aufgabe im erfolgreichen Familienunternehmen übernommen. „Wir sind als Eltern noch ausbaufähig, ergänzen uns aber schon sehr gut“, sagt Markus Beerbaum. Und Meredith findet: „Ich wachse in die Rolle der Mutter immer besser hinein.“

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Töchterchen Brianne auf dem Rücken der Pferde auswächst. „Sie ist schon in meinem Bauch mitgeritten. Und sie war zum ersten Mal im Stall, als sie ein paar Tage alt war“, berichtet die stolze Mutter. An das rastlose Turnierleben hat sich Brianne offensichtlich bereits gewöhnt. Vom Papa gibt es jedenfalls ein dickes Kompliment: „Sie hat sehr viel Geduld mit ihren Eltern – und das bei dem Lebenswandel, den wir ihr zumuten.“ Udo Koller

PZ-news | Erstellt: 20.06.10 – 11:09 Uhr | geändert: 20.06.10 – 19:28 Uhr

Azzurri setzt sich durch: Gabriele Grassi gewinnt den Preis der PZ

Gariele Grassi gewinnt den Preis der Pforzheimer Zeitung.

Foto: TV-BW

PFORZHEIM (PZ-news). Der Preis der Pforzheimer Zeitung geht nach Italien. Mit Gabriele Grassi setzte sich am frühen Samstag Nachmittag ein Azzuri beim großen Springreiterturnier durch. Verleger Albert Esslinger-Kiefer persönlich nahm die Siegerehrung vor und gratulierte Gabriele Grassi zu seinem Erfolg im zweiten Springen der Mittleren Tour.

Nach seinem 15. Platz am Vortag blieb der Italiener auf der elfjährigen Schimmelstute Cruisella im Zwei-Phasen-Springen fehlerfrei und war mit 29.16 Sekunden der Schnellste. Damit lag Grassi nur fünf Hundertstel vor Karl Brocks (Rulle) auf dem zehn Jahre alten Hannoveraner Wallach Askari (0/29.21). Der 67-jährige Hugo Simon, der für Österreich reitet und in Weisenheim am Sand in der Pfalz zu Hause ist, kam auf Hors la Loi, einem 15-jährigen Fuchswallach, ebenfalls ohne Abwurf ins Ziel und war in 29.25 Sekunden weitere vier Hundertstel Sekunden langsamer.Der Preis der Sparkasse Pforzheim Calw wurde im Stechen entschieden: Schnellster war Hans-Thorben Rüder (Greven) auf Orlanda, einer elfjährigen Holsteiner Stute.

Am Sonntag stehen auf dem Buckenberger Reitgelände drei weitere Wettkämpfe mit Teilnehmern aus der Weltspitze des Pferdesports auf dem Programm.

PZ-news | Erstellt: 19.06.10 – 21:37 Uhr | geändert: 19.06.10 – 21:55 Uhr

Sie lebt ihr Hobby als Beruf: Heimspiel — Profi-Reiterin Pia-Luise Aufrecht kennt den Goldstadt Cup

Profi-Reiterin Pia-Luise Aufrecht.
Foto: PZ

PFORZHEIM (PZ-news). Ihr Heimatort Affalterbach liegt nur rund 70 Kilometer von Pforzheim entfernt. Deshalb kennt Profi-Reiterin Pia-Luise Aufrecht den Goldstadt Cup auch aus dem Effeff. „Das ist für mich fast wie ein Heimspiel. Ich kann mich auch noch an die Jahre erinnern, als das Turnier wesentlich kleiner war und auf der grünen Wiese ausgetragen wurde“, erzählt die Schwäbin, die in Pforzheim auch das erste S-Springen ihrer Karriere geritten ist.

Schon als Siebenjährige auf dem Pony-Rücken hat sie davon geträumt, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Manche haben versucht, ihr das auszureden. Geschafft hat es aber noch nicht einmal ihr Vater, Mercedes-AMG-Gründer Hans-Werner Aufrecht.

Die Erfolge geben der 32-Jährigen heute recht. Bei den Junioren sammelte sie Europameister-Titel und feierte 1999 auch die baden-württembergische Landesmeisterschaft. Es folgten diverse Grand- Prix-Siege und der erste Platz beim Nationenpreis (Finale Super Liga) in Barcelona.

2006 war ihr bislang erfolgreichstes Jahr mit dem achten Platz beim Weltcup-Finale in Kuala Lumpur (Malaysia), wo sie auch noch das Finalspringen gewann. Sogar ihr privates Glück hat Pia-Luise Aufrecht beim Reitsport gefunden und lebt seit rund eineinhalb Jahren mit dem Niederländer Gert-Jan Bruggink in dessen Heimat. „Eine Schwäbin bleibt eine Schwäbin. Ich habe mich dort aber inzwischen ganz gut eingelebt“, verrät sie.

An  den Holländern schätzt sie vor allem deren lockere Einstellung. „Die nehmen alles viel leichter als wir Deutschen“, weiß sie. Allerdings wird das Reiter-Paar Aufrecht/Bruggink beim diesjährigen S+G Goldstadt Cup nicht gemeinsam antreten. „Mein Lebensgefährte will zeitgleich in Rotterdam sein WM-Ticket lösen. Ein Nationenpreis im eigenen Land hat nunmal Vorrang vor privaten Wünschen“, bekennt die 32-Jährige.

Dass aber zumindest reger Telefonkontakt gehalten wird, versteht sich. Außerdem hat Pia-Luise Aufrecht auch anderweitig alle Hände voll zu tun. Zu Hause in Holland wurde erst kürzlich ein neuer Pferdestall gebaut. Da kommen Hobbies wie Skifahren, Joggen oder Kinobesuche ohnehin ein bisschen zu kurz.

In Pforzheim wollte die Affalterbacherin eigentlich mit ihrem Top-Pferd „MCB Olivia“ an den Start gehen. Doch ihre Stute muss sich zurzeit noch von einer Speiseröhren-Operation erholen. Deshalb sollen ihre noch jungen, unerfahrenen Pferde MCB Chanel, MCB for Pia, Primaval what’s exclusive“ und MCB Ulke ausgiebig Turnierluft schnuppern. „Besonders Ulke ist ein schwieriges Pferd und macht öfter mal Zicken“, weiß die Profi-Reiterin, die von prominenten Trainern wie Nelson und Rodrigo Pessoa, Achaz von Buchwaldt oder dem ehemaligen Bundestrainer Kurt Gravemeier eine Menge gelernt hat. „Am meisten habe ich aber von meinen Pferden gelernt“, betont sie. Dass es beim Goldstadt Cup wie bei anderen großen Turnieren besonders auf die letzten Kniffe im Parcours ankommt, hat sie längst verinnerlicht. „Ich gehe immer mit voller Überzeugung an eine Sache heran, sonst wird da sowieso nichts draus“, verrät sie und freut sich schon auf die betont familiäre Atmosphäre in Pforzheim. Dazu gehören für Pia-Luise Aufrecht auch kleinere Farbtupfer im Wettbewerb. Wie etwa der Auftritt des Australiers Chris Chugg, der mit seinem Pferd Vivant nach jedem Null-Fehler-Ritt eine Pirouette zu drehen pflegt.

„Auch ich will möglichst viele Nullrunden drehen“, hofft die 32-jährige Schwäbin. Das ein oder andere persönliche Turnierhighlight kommt dann vielleicht von ganz allein. Peter Hepfer

PZ-news | Erstellt: 15.06.10 – 15:23 Uhr | geändert: 16.06.10 – 19:30 Uhr

Sie kam, sah und siegte: Meredith Michaels-Beerbaum auf Erfolgskurs

Schnell und fehlerfrei: Meredith Michaels-Beerbaum gewann gestern auf Checkmate den Auftakt zur Großen Tour. Foto: Bechtle

PFORZHEIM (PZ-news). Sie kam, sah und siegte – wenn auch nur hauchdünn: Meredith Michaels-Beerbaum hat gestern auf Checkmate das ersten Springen der Großen Tour beim S&G Goldstadt Cup in Pforzheim gewonnen.

Mit 63,42 Sekunden hatte die gebürtige US-Amerikanerin aus dem niedersächsischen Thedinghausen ganze drei Hundertstel Sekunden Vorsprung auf ihrem 15 Jahre alten Wallach vor Tim Hoster mit dem neunjährigen Nino Des Buissonnets. Der Mann aus Korschenbroich – das bisher eher als Wohnort des ehemaligen Fußball-Bundestrainers Berti Vogts bekannt war – hatte tags zuvor das Eröffnungsspringen noch mit zwei Hundertsteln vor Jörne Sprehe (Fürth) gewonnen.

Michaels-Beerbaum, dreifache Gewinnerin des Weltcupfinales und dreifache Europameisterin (einmal im Einzel, zweimal mit der Mannschaft) freute sich über den Sieg im Bardusch-Preis, der ihr 2000 der 8000 Euro Preisgeld einbrachte. Denn nach ihrer Babypause – Töchterchen Brianne kam im Februar zur Welt und ist in Pforzheim auf dem Buckenberg dabei – reitet die 40-Jährige erst seit einigen Wochen wieder.

Das Gute für die Turnierbesucher in Pforzheim: Mit Shutterfly und Checkmate hat Meredith Michaels-Beerbaum ihre Erfolgspferde in die Goldstadt mitgebracht, damit die wieder Turnierpraxis bekommen. Mit dem 15-jährigen Wallach Checkmate war die Reiterin gestern natürlich „ganz zufrieden. Er ist sehr gut gesprungen.“ Schon vor Jahren war sie einmal auf dem Buckenberg zu Gast. „Jetzt bin ich froh, dass ich mit meinen besten Pferden wieder hier sein kann“, sagte sie gestern nach ihrem Erfolg. Am Sonntag im Großen Preis wird sie dann Shutterfly satteln, mit dem sie in den vergangenen Jahren große Erfolge gefeiert hat.

Deutlich jünger als Checkmate ist Nino des Buissonnets der Tim Hoster auf Platz zwei trug. Der neunjährige Wallach ist ausgesprochen sprunggewaltig, steht teilweise hoch über den Hindernissen. Der gebürtige Ägypter Andre Sakakini, der mittlerweile für Italien startet, hatte auf Hollerith als Dritter mehr als eine Sekunde Rückstand. „Altmeister“ Hugo Simon (Weisenheim am Sand) kam auf Ukinda (0/64.80) auf Rang vier.

Insgesamt blieben 17 von 52 Paaren im Parcours fehlerfrei. Pech hatte die einzige Pforzheimer Teilnehmerin beim Auftakt der Großen Tour – die Stute Fidji Island. Mit Timo Beck (Kehl) im Sattel unterlief ihr ein Flüchtigkeitsfehler und so reichte es letztlich nur zu Platz 24. Die neunjährige Nachfahrin des Erfolgshengstes For Pleasure gehört Günther und Dana Rösch aus Pforzheim.

Zum Glück waren fast alle Reiter durch, ehe ein Wolkenbruch über dem Buckenberg niederging. Angesichts des Wetters wurde die Siegerehrung ohne Pferde im Ehrengastbereich durchgeführt.

Drei weitere S-Springen standen gestern auf dem Buckenberg an. Jörne Sprehe aus Fürth hat eines für sich entschieden. Mit ihrem zwölfjährigen polnischen Hengst Orlando Plus ritt die 27-Jährige in fehlerfreien 59,23 Sekunden klar die beste Zeit vor Tobias Meyer aus Bonstetten mit Annabell (0/61,44 Sek.) und der Schwedin Angelica Augustsson mit Star Apple (0/63,55 Sek.).

Das Eröffnungsspringen des Freitags hatte zuvor Christian Ahlmann (Marl) für sich entschieden. Der Doppel-Europameister von 2003 blieb auf dem achtjährigen Wallach Lucky Lord in 53.27 Sekunden fehlerfrei. Zweiter wurde der zweimalige Mannschafts-Olympiasieger Lars Nieberg (Homberg/Ohm), der mit der erst sieben Jahre alten Stute Coco Mademoiselle ebenfalls ohne Abwurf über die Hindernisse kam, aber 54,85 Sekunden benötigte.

PZ-news | Erstellt: 17.06.10 – 21:37 Uhr | geändert: 18.06.10 – 23:20 Uhr

Einer der erfolgreichsten Vertreter seiner Zunft — Marco Kutscher: “Hier kann man sich wohlfühlen”

Lob für das Wohlfühl-Klima in Pforzheim: Marco Kutscher.

PFORZHEIM (PZ-news). Er gehört zu den talentiertesten deutschen Springreitern der jungen Garde: Mit zweimal Bronze bei Olympia und zwei EM-Titeln ist der Ostfriese Marco Kutscher (35) auch einer der erfolgreichsten Vertreter seiner Zunft. PZ-Mitarbeiter Peter Hepfer unterhielt sich mit ihm.

PZ: Wann haben Sie sich entschieden, Ihr Hobby zum Beruf zu machen

Marco Kutscher: Das war schon während meiner Schulzeit. Da kam die Idee, das Springreiten beruflich zu machen. Meine Eltern waren davon allerdings nicht gerade begeistert, weil auch mein älterer Bruder Frank diesen Weg gewählt hat. Ich konnte mich aber durchsetzen – obwohl der Beruf ziemlich hart und alles andere als einfach ist. Für mich war es aber die richtige Entscheidung.

PZ: Sie haben schon jede Menge internationale Erfolge gefeiert. Die Olympischen Spiele 2008 in Peking würden Sie aber gerne aus Ihrem Gedächtnis streichen?

Kutscher: Sportlich war das für mich und auch alle anderen deutschen Reiter ein Reinfall. Ich habe mich erst gar nicht fürs Finale qualifiziert und war mit meinem Pferd Cornet Obolensky in dieser Woche total überfordert. Egal ob Training oder Management – es gab viele verkehrte Entscheidungen und alles lief irgendwie schief. Auch mein Pferd war noch sehr jung und unerfahren. Aber hinterher ist man immer schlauer. Daraus lernt man.

PZ: Warum lief es für die deutschen Springreiter bei den letzten beiden Olympischen Spielen nicht

Kutscher: Die deutsche Nationalmannschaft gehört immer zu den Favoriten. Aber andere Nationen haben mittlerweile sehr stark aufgeholt. Es gibt keine Garantie mehr, vorne dabei zu sein. Obwohl es nach wie vor Medaillen-Chancen für deutsche Reiter gibt. Aber auch die Erwartungen bleiben hoch.

PZ: Nach jahrelanger Abstinenz starten Sie mal wieder in Pforzheim. Was schätzen Sie an diesem Turnier

Kutscher: Es muss wohl schon neun oder zehn Jahre her sein, dass ich das letzte Mal hier gewesen bin. Ich kann mich noch an den alten Rasenplatz erinnern. Damals war sehr schlechtes Wetter und ich bin schon nach zwei Tagen wieder abgereist. Das ist diesmal ganz anders: Die Bedingungen für Pferd und Reiter sind nahezu perfekt, der Veranstalter gibt sich viel Mühe. Und es ist ein freundlich-familiäres Turnier. Hier kann man sich nur wohlfühlen.

PZ: Das Teilnehmerfeld ist in diesem Jahr besonders gut besetzt. Belebt starke Konkurrenz das Geschäft

Kutscher: Natürlich sind viele gute Leute hier. Aber das ist überall so – egal wo man hinfährt. Die Reiter werden immer besser – genauso wie die Pferde. Prinzipiell gilt bei jedem Turnier: Das Pferd muss gut drauf sein und man muss gut reiten.

PZ: Im Herbst steht die Weltmeisterschaft in Lexington/USA auf dem Programm. Wie sehen Sie Ihre Chancen dabei zu sein?

Kutscher: Anfang des Jahres sah es noch nicht so doll aus, nachdem sich mein Top-Pferd Cornet Obolensky verletzt hat. Da habe ich schon gedacht, das Jahr sei gelaufen. Aber Cash, mein Ersatzpferd für die EM 2009, ist zuletzt sehr gut gesprungen und hat viel gewonnen. Cash liegt auch in der Global Champions Tour vorne. Wenn es so gut weiterläuft, habe ich sicher auch WM-Chancen.

PZ-news | Erstellt: 20.06.10 – 11:11 Uhr | geändert: 20.06.10 – 19:32 Uhr

Hauchdünner Auftakt-Sieg: Tim Hoster entscheidet Eröffnungsspringen knapp für sich

Hoch hinaus ging es zum Auftakt des Pforzheimer Reitturniers für Tim Hoster, der mit seinen Pferden Lady Balu und Nino des Buissonnets die Plätze eins und vier belegte. Foto: Schmid

PFORZHEIM (PZ-news). Die ersten Sieger beim S&G Goldstadt Cup auf dem Pforzheimer Buckenberg sind gekürt. Das Eröffnungsspringen entschied am Donnerstag Tim Hoster (Korschenbroich) auf Lady Balu ganz knapp für sich.

Ganze zwei Hundertstel Sekunden Vorsprung hatte der Springreiter aus dem Rheinland nach 56,28 Sekunden vor Jörn Sprehe (Herzogenaurach) auf Orlando Plus. Als Dritter wurde Karl Brocks (Osnabrück) auf Pico‘s Boy abgewunken.

Sieger Hoster, der wie der ehemalige Fußball-Bundestrainer Berti Vogts aus Korschenbroich stammt – konnte sich mit seinem zweiten Pferd Nino Des Buissonnets auch noch den vierten Rang im Eröffnungsspringen sichern. Von den bekannten Springreitern, die in Pforzheim mit von der Partie sind, war Lars Nieberg (Homberg/Ohm) auf Galippo der Beste auf Rang 7. Aber auch Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) sattelt nach ihrer Baby-Pause ihre Pferde in Pforzheim. Auf Kismet belegte sie Platz 22, während Ehemann Markus sich um den Nachwuchs kümmerte.

Am Freitag um 9.00 Uhr geht es mit den nächsten Wettbewerben weiter, um 16.30 Uhr steht das erste Springen der Großen Tour auf dem Programm. Höhepunkt der viertägigen Veranstaltung ist der Große Preis am Sonntagnachmittag um 14.30 Uhr. Udo Koller

PZ-news | Erstellt: 17.06.10 – 15:58 Uhr | geändert: 17.06.10 – 18:47 Uhr

Heute Startschuß auf dem Buckenberg: Konkurrenz der Extraklasse beim 11. S&G Goldstadt Cup 2010

Drei der vier Mannschafts-Europameister von 2005 starten in Pforzheim. Vom Gold-Quartett (von links) Meredith Michaels-Beerbaum, Marcus Ehning, Christian Ahlmann und Marco Kutscher fehlt heuer lediglich Ehning auf dem Buckenberg. Foto: dpa-Archiv

PFORZHEIM (PZ-news). Unter anderem satteln zwei der bisherigen Sieger im Großen Preis der S&G Automobil Aktiengesellschaft bei dem Internationalen Springturnier (CSI) der Kategorie „Drei Sterne“ auf dem Buckenberg. Dies sind der für Österreich startende dreimalige Weltcup-Sieger Hugo Simon (Weisenheim/Sand), der 2001 gewann, und der 2004 siegreiche zweimalige Mannschafts-Olympiasieger Lars Nieberg (Homberg/Ohm).

Titelverteidiger Abdel Said (Ägypten), Sieger von 2009, wurde zum gleichzeitig stattfindenden Nationenpreisturnier nach Rotterdam berufen und musste daher seine geplante Teilnahme kurzfristig absagen.

Auftritt nach Baby-Pause

Auf der Nennungsliste stehen jedoch zahlreiche Sattelcracks der Extraklasse. So gehen nach ihrer Baby-Pause mit Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) die weltweit erfolgreichste Amazone und mit Marco Kutscher (Riesenbeck) der zweifache Olympia-Bronze-Gewinner und vormalige Europameister an den Start, ebenso wie Thomas Mühlbauer (Kötzting), der Mannschafts-Dritte und Fünfte der Einzelwertung bei den Europameisterschaften 2009 in Windsor. Mit dem Nachwuchs-Star und deutschen Meister 2009, Philipp Weishaupt (Hörstel), vertritt ein weiterer Spitzenreiter den Stall Ludger Beerbaum, Bundestrainer Otto Becker sendet darüber hinaus seinen Chef-Bereiter Franz-Josef ,Peppi‘ Dahlmann (Sendenhorst), der Anfang Juni das Championat von Balve gewann, auf den Buckenberg.

Aus Belgien kommt Judy-Ann Melchior zusammen mit ihrem Freund Christian Ahlmann (Marl), der 2003 in Donaueschingen Europameister im Einzel und mit der Mannschaft wurde. Aus Ägypten ist Karim El Zogby dabei, vor sechs Wochen beim Maimarkt-Turnier Fünfter im Championat von Mannheim. Zwei starke Amazonen – Angelica Augustsson und Angelie von Essen – aus Schweden reiten ebenfalls auf den Hans-Günter-Winkler-Platz ein.

Doch nicht nur internationale Spitzenreiter gehen in Pforzheim an den Start, auch die Reiter-Elite aus Baden-Württemberg kann sich hier präsentieren. Eine Startgenehmigung erhielten neben Pia-Luise Aufrecht (Affalterbach/De Lutte) auch Julia Rode (Lahr), Barbara Steurer-Collee (Alpirsbach-Rötenbach) und der amtierende Hallen-Champion Timo Beck (Hanauerland), der mit Fidji Island eine Stute einsetzen wird, die im Besitz der Pforzheimer Familie Rösch ist.

„Ohne die Unterstützung aus der Wirtschaft, allen voran Titelsponsor S&G Automobil Aktiengesellschaft, die Sparkasse Pforzheim Calw, die Schmuckwelten Pforzheim und die Firma Bardusch GmbH, wäre das Turnier undenkbar“, sagt der erfolgreichste Springreiter aller Zeiten, Hans Günter Winkler, der fünf olympische Goldmedaillen gewann. Er zeichnet als Sportlicher Leiter nicht nur für die Ausschreibung und die Verpflichtung der Teilnehmer verantwortlich, sondern auch für die Vermarktung des Turniers. Zusammen mit seinem Freund Carl Fritz Bardusch ist „HGW“ Initiator des S&G Goldstadt Cups und Gesellschafter der Turniergesellschaft. Zusammen sind sie „stolz darauf, dass uns die Sponsoren und Partner auch in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Treue halten und zum Turnier stehen“. Ein besonderes Anliegen ist Winkler zudem der Dank an die unzähligen ehrenamtlichen Helfer.

Sattes Preisgeld

Insgesamt über 160 000 Euro gibt es für die Reiter an Preisgeld zu gewinnen, in vier der elf Prüfungen des CSI sind zudem die begehrten Weltranglistenpunkte zu holen. Und der Sieger im Großen Preis der S&G Automobil Aktiengesellschaft erhält einen Mercedes Pkw B 160 im Wert von 25 500 Euro. Besonders attraktiv ist in diesem Jahr der Preis für den erfolgreichsten Reiter: Eine Woche Aufenthalt für zwei Personen in der Bernstein-Spa-Luxury-Suite im „…liebes Rot Flüh Hotel“ (Wert 6000 Euro) im österreichischen Haldensee/Gran.

Außer der Großen und der Mittleren Tour steht auch wieder eine Youngster-Tour auf dem Turnier-programm, bei der hoffnungsvolle sieben- und achtjährige Nachwuchspferde vorgestellt werden können. Eine Gelegenheit, die auch die großen Reiter gerne nutzen.

PZ-news | Erstellt: 15.06.10 – 15:58 Uhr | geändert: 16.06.10 – 19:31 Uhr

Pressekonferenz bei der S&G Automobil Aktiengesellschaft: Goldstadt Cup mit Lars Nieberg und Co. stark besetzt

Froh gelaunt vor dem Reitturnier um den Goldstadt Cup sind (von links) der Reiterverein-Vorsitzende Christian Kraus, Bürgermeister Alexander Uhlig, der Sparkassen-Vorstandsvorsitzende Herbert Müller, Turnierchef und Reiterlegende Hans-Günther Winkler, Springreiterin Pia Luise Aufrecht, Vorstand Wolfgang Ritz vom Titelsponsor S&G Automobil AG und Carl Bardusch, Finanzchef der Veranstaltung. Foto: Weber

PFORZHEIM (PZ-news). Zwei gute Nachrichten gab es kurz vor Schluss: Meredith Michaels-Beerbaum und Marco Kutscher werden das Feld beim Pforzheimer Reitturnier mit ihrer Teilnahme noch einmal kräftig aufwerten.

Die gute Nachricht von den beiden prominenten Startern hatte Hans-Günther Winkler im Gepäck. Die deutsche Reitsport-Legende, die beim S&G Goldstadt Cup von Donnerstag bis Sonntag dieser Woche in Pforzheim als Turnierleiter fungiert, war am Montag zur offiziellen Pressekonferenz aus Warendorf angereist.

Michaels-Beerbaum und Kutscher zählen ebenso wie Thomas Mühlbauer und Philipp Weishaupt, die ebenfalls für Pforzheim gemeldet haben, zum deutschen Olympia-Kader – das ist die Gruppe von Reitern, aus denen in zwei Jahren die deutschen Starter für die Spiele in London rekrutiert werden.

Doch nicht nur diese vier deutschen Spitzenreiter werden am Wochenende auf dem Springplatz des Pforzheimer Reitervereins im Blickpunkt stehen. Auch der zweifache Mannschafts-Europameister Christian Ahlmann und der zweifache Mannschafts-Olympiasieger Lars Nieberg haben klangvolle Namen.

Im 60-köpfigen Starterfeld, das in Pforzheim auch um Weltranglistenpunkte reitet, stehen aber auch 28 Teilnehmer aus 18 anderen Nationen werden ihre Pferde ebenso auf dem Buckenberg satteln. Der bekannteste von ihnen ist sicher der Österreicher Hugo Simon, der auch 2001 schon einmal den Großen Preis in Pforzheim gewonnen hat. Aus der aktuellen Starterliste ist das außer ihm nur Lars Nieberg 2004 gelungen.

Der Titelverteidiger wird in diesem Jahr nicht in Pforzheim starten. Der Ägypter Abdel Said, der eigentlich gemeldet war, hat kurzfristig eine Einladung zum CHIO-Turnier in Rotterdam angenommen.

Dass auf dem Buckenberg immer Überraschungen möglich sind, darauf hofft auch Pia-Luise Aufrecht. Die Reiterin aus Affalterbach ist schon seit Jahren Gast in Pforzheim. In diesem Jahr aber rechnet sie sich mit ihrem Pferd Chanel auch Siegchancen aus. Die Schwäbin kommt gerne in die Goldstadt: „Es ist eine gut dotierte Veranstaltung mit einem guten Turnierplatz. Aber die Reiter kommen vor allem wegen der guten, familiären Atmosphäre so gerne nach Pforzheim“, lobte die Reiterin gestern den Veranstalter. Der Reiterverein-Vorsitzende Christian Kraus gab dieses Kompliment umgehend an die unzähligen Helfer im Hintergrund weiter.

Ein gutes Argument sind aber natürlich die Preisgelder von insgesamt knapp 170 000 Euro , die an vier Turniertagen ausgeschüttet werden. Alleine der Große Preis am Sonntag ist mit 70 000 Euro dotiert. Carl Bardusch, Finanzchef der Veranstaltung, freut sich darüber, dass die Sponsoren seit Jahren bei der Stange bleiben. Das gilt vor allem für den Titelsponsor S&G Automobil AG und die Sparkasse Pforzheim Calw. „Es geht uns gefühlt wieder beser“, berichtete S&G-Vorstand Wolfgang Ritz nach zuletzt wirtschaftlich schwierigen Zeiten in Deutschland. Dr. Herbert Müller lobte als Vorstandsvorsitzender der Sparkasse die Außenwirkung, die das Turnier für Pforzheim hat. Da schloss sich Bürgermeister Alexander Uhlig nahtlos an: „Diese Veranstaltung ist aus dem Terminkalender der Stadt nicht mehr wegzudenken. Udo Koller

PZ-news | Erstellt: 14.06.10 – 10:24 Uhr | geändert: 14.06.10 – 20:01 Uhr