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Goldstadt Cup 2009

Rund ums Jubiläums-Turnier 2009


Jump like an Egyptian: Ägypter gewinnt Großen Preis beim S&G Goldstadt Cup

Von links: Pforzheims OB Christel Augenstein, PFRV-Präsident Christian Kraus, Goldstadt Cup-Gewinner Abdel Said mit

PFORZHEIM (PZ-news). Mit einem Außenseitersieg endete gestern der Große Preis von Pforzheim. Der erst 19jährige Ägypter Abdel Said sicherte sich den Hauptpreis, eine Mercedes Benz B-Klasse im Wert von 25 000 Euro.

Auf seinem ebenfalls sehr jungen Wallach Avenir ließ der Sieger die Konkurrenz hinter sich. Allerdings hieß es Zittern bis zum Schluss. Denn als letzter von zehn Startern ging Titelverteidiger Franke Sloothaak ins Stechen. Und der kam der Siegerzeit des Ägypters bedrohlich nahe – doch am letzten Hindernis, dem Bardusch-Sprung, riss Sloothaaks Wallach Aquino eine Stange. Was das Publikum mit einem entsetzten Stöhnen quittierte, nahm der Ägypter mit einem Freudenschrei zur Kenntnis. „Das war mein erster großer Sieg und ich bin überglücklich.“

100 Weltranglistenpunkte

Nicht nur der Hauptpreis, auch die 100 Weltranglistenpunkte, die es für den Sieg gab, dürften dem Mann aus dem Land der Pharaonen freuen, denn sie bringen ihn noch näher heran an die Top 100 der Welt. Für einen so jungen Reiter eine erstaunliche Leistung. Und sein junger Wallach ist ein Pferd für die Zukunft – Avenir heißt übersetzt genau das: Zukunft. Dass Abdel Said das Siegerpferd erst seit zwei Monaten reitet, macht den Erfolg noch erstaunlicher. „Ich wusste, dass er solche Springen gewinnen kann. Aber ich wusste nicht, dass es schon heute klappt“, strahlte der Ägypter bei der Siegerehrung.

 

Frauen-Power auf dem Buckenberg: Mylene Diederichsmeier belegte auf Soloterma Rang drei. Foto: Schmid

Drei Amazonen auf den Plätzen

Mit seinem Erfolg verhinderte Abdel Said den zweiten Amazonen-Sieg in der Geschichte des Großen Preises der S&G Automobil AG auf dem Buckenberg. Bisher hatte sich mit der damals ebenfalls sehr jungen Caroline Müller 2002 nur eine Frau in die Siegerliste von Pforzheim eintragen können. In diesem Jahr belegten mit der für die Ukraine startenden Katharina Offel aus Lohmar, Mylene Diederichsmeier aus Steinhagen und der Schwedin Angelie von Essen gleich drei Frauen die Plätze hinter dem Sieger.

„Walk like an Egyptian“ (Gehe wie ein Ägypter) – der Hit der Gruppe Bangles lief, als Abdel Said zur Siegerehrung antrat. Eine stilechte musikalische Untermalung, auch wenn es richtiger hätte heißen müssen: Jump like an Egyptian. Schon im Normalparcours mit seinen 13 Hindernissen und 16 Sprüngen auf einer Länge von 490 Metern hatte der spätere Sieger souverän gewirkt. Als siebter Starter im Stechen unterbot er dann mit 36,88 Sekunden die Zeit von Katharina Offel um mehr als eine Sekunde. Außer ihm blieb am Ende nur Vorjahressieger Franke Sloothaak unter 37 Sekunden – doch dem zweifachen Olympiasieger wurde das letzte Hindernis zum Verhängnis. Sloothaak durfte sich mit 5500 Euro Preisgeld trösten, für die Zweite Katharina Offel gab es immerhin 13 500 Euro. Das ist schon mehr als nur ein Trostpflaster.

Gutes Wetter, viele Zuschauer

Zum Glück für den gastgebenden Pforzheimer Reiterverein spielte am Wochenende das Wetter mit. Nach den schweren Regenfällen vom Freitag blieb es am Wochenende weitgehend trocken, von einigen kurzen Schauern am Sonntagnachmittag abgesehen. Und das gute Wetter sorgte für eine große Kulisse auf dem Buckenberg. Mehrere tausend Zuschauern säumten den Hans-Günter-Winkler-Platz und sorgten beim Großen Preis für eine würdige Atmosphäre. Udo Koller

PZ-news | 16.05.09 – 12:39 Uhr | geändert: 17.05.09 – 20:44 Uhr

Portrait: Wer ist er eigentlich, der Abdel Said? »

Das schreibt das MÜHLACKER TAGBLATT »

Bilanz des S&G Goldstadt Cup: „Wir wollen unser Niveau halten“

Der Goldstadt Cup war auch im zehnten Jahr seines Bestehens ein Ereignis für Springreiter und Publikum. Sogar die 10 000-Zuschauer-Marke wurde auf dem Buckenberg wieder überschritten – trotz eines Regentages am Freitag. PZ-Mitarbeiter Peter Hepfer zog mit Fritzi Speidel-Zachmann (Turnierorganisation) und dem neuen Vorsitzenden des Pforzheimer Reitervereins, Christian Kraus, eine Jubiläumsbilanz.

PZ: Herr Kraus, seit Ende März stehen Sie an der Spitze des Pforzheimer Reitervereins. Wie war das erste Mal als „Frontman“ beim Goldstadt Cup?

Jedes Hindernis genommen: Der Reitervereins-Vorsitzende Christian Kraus (links) und Fritzi Speidel-Zachmann vom Organisationskomitee, hier zusammen mit Turnierleiter Michael Walter, ziehen zufrieden Bilanz.
Foto: Schmid

Kraus: Ich bin ja schon seit über 20 Jahren im Verein. Es ist also nicht mein erster Goldstadt Cup. Und bei so einem eingespielten Team hinter den Kulissen muss man als Präsident nicht viel tun. Die Sache läuft einfach.

PZ: Was macht auch nach zehn Jahren den Charme des Turniers aus?

Kraus: Dazu fallen mir mit Hans Günter Winkler, Fritzi Speidel-Zachmann, Michael Walter und Carl-Fritz Bardusch vor allem vier Namen ein. Sie sind die Motoren des Goldstadt Cups. Unser Turnier ist nicht mit viel Geld einfach so aus dem Boden gestampft worden – es ist gesund gewachsen und beständig. Der Reiterverein kann stolz sein, Pforzheim kann stolz sein, weil die Veranstaltung nicht nur regional, sondern auch international Beachtung findet.

PZ: Was ist für Sie persönlich vom zehnten Goldstadt Cup hängengeblieben?

Kraus: Das Turnier war diesmal sehr international. Dazu hat sicher auch der Sieg des Ägypters Abdel Said im Großen Preis beigetragen. Wir wollten immer ein hochklassig besetztes, internationales Starterfeld plus starke deutsche Reiter. Das war auch im Jubiläumsjahr der Fall. Der Goldstadt Cup hat sich etabliert.

PZ: Was war aus Ihrer Sicht der Höhepunkt 2009?

Kraus: Natürlich der Sieg eines Außenseiters beim Großen Preis. Es war enorm spannend, als Vorjahressieger Franke Sloothaak zum Abschluss auf den Parcours gegangen ist. Totenstille auf dem Platz. Man hat das Gras wachsen hören. Und dann der Fehler am letzten Sprung. Ich fand auch sehr sympathisch, dass Sieger Abdel Said hinten am Abreitplatz fast jeden in Reichweite umarmt hat. Das macht unser Turnier aus. Die Kinder, die Zuschauer – alle sind nahe an den Reitern dran. Das gibt es selten.

PZ: Frau Speidel-Zachmann, eine Stärke des Goldstadt Cups ist offensichtlich seine familiäre Atmosphäre, die alle Beteiligten genießen. Sie auch?

Fritzi Speidel-Zachmann: Auf jeden Fall. Dazu vielleicht noch eine kleine Anekdote: Weltcup-Sieger Hugo Simon saß am Freitag bis um Mitternacht bei unserem Finanzchef Carl-Fritz Bardusch am Tisch und holte zum Schluss, als der Wein ausging, sogar noch eine Flasche aus seinem Pferde-Lkw. Das spricht doch für sich.

PZ: Leider beschäftigt das Thema „Pferdedoping“ die Reiter zurzeit mehr, als ihnen lieb ist. Gab es auch hier Kontrollen?

Speidel-Zachmann: Beim Großen Preis ist jedes Pferd getestet worden. Die Gamaschen wurden geprüft, es wurde ein Geruchstest auf bestimmte Substanzen durchgeführt. Zudem musste jedes dritte Pferd in die Doping-Box und ist dort von oben bis unten untersucht worden. Zwei Tierärzte – einer vom Weltverband FEI – haben das überwacht.

PZ: Woran liegt es, dass immer wieder Pferde positiv getestet werden?

Speidel-Zachmann: Es gibt kein klares Reglement, wie kleinere Blessuren bei den Pferden medikamentös zu behandeln sind. Die Grenzen sind unzulänglich definiert. Auch ich schmiere meinem Pferd öfter mal Kreme auf die verletzten Stellen, wenn ich ihm damit helfen kann. Zum Glück bin ich Hobby-Reiterin und es bleibt folgenlos.

Kraus: Bei einem Human-Sportler gibt es Grenzwerte. Im Reitsport wissen viele aber nicht, wie lange ein Präparat wirkt und wann ich mein Pferd wieder problemlos einsetzen kann. Das ist oft der springende Punkt. Als Apotheker weiß ich, wovon ich rede. Sie dürfen einem Pferd noch nicht mal Schokolade geben. Auch darin sind verbotene Substanzen wie Theopromin.

PZ: Meredith Michaels-Beerbaum, die deutsche Nummer eins, war schon angekündigt. Sie kam dann aber doch nicht. Hat Sie das geärgert?

Speidel-Zachmann: So ist das eben mit den großen Namen. Die vier, fünf besten deutschen Reiter will eben jeder haben. Als Veranstalter zieht man da oft den Kürzeren. Daran haben wir uns aber gewöhnt. Zum Glück halten uns Franke Sloothaak, Hugo Simon oder auch Lars Nieberg, der diesmal aus familiären Gründen nicht kommen konnte, schon sehr lange die Treue.

PZ: Welche Wünsche bleiben für den Goldstadt Cup 2010 noch offen?

Speidel-Zachmann: Es gibt immer Wünsche und Träume. Davon lässt sich aber meistens nur wenig realisieren. Dass wir den Zuschauern mit niedrigeren Preisen und teilweise sogar freiem Eintritt entgegengekommen sind, hat sich gelohnt. Das werden wir wohl beibehalten. Außerdem sollte die zweite Zuschauertribüne möglichst noch überdacht werden.

Kraus: Wir sind froh, unser Niveau zu halten – gerade bei der aktuellen wirtschaftlichen Situation. Viele kleinere Reitturniere mussten schon aufgeben, weil die Sponsoren fehlen. Wir sind mit unseren Partnern hochzufrieden. Deshalb macht es auch wenig Sinn, noch mehr zu wollen und noch mehr zu fordern.

PZ-news | 19.05.09 – 14:44 Uhr | geändert: 19.05.09 – 18:56 Uhr

Positive Bilanz der Jubiläumsauflage des S&G Goldstadt Cup: Leistungen auf Top-Niveau sowie treue Sponsoren

Der erfolgreichste Springreiter aller Zeiten: Hans Günter Winkler. Foto: PZ

Pforzheim (mps) – Das Wetter kann selbst der beste Organisator nicht beeinflussen, aber alles andere klappte beim 10. S&G Goldstadt Cup in Pforzheim wie am Schnürchen. Zum Glück für die „Macher“ des Drei-Sterne-CSI auf dem Buckenberg verfügt man mit dem Hans-Günter-Winkler-Platz über ein Geläuf, das selbst die Wassermassen an den Tagen vor dem Turnier sowie am Donnerstag und Freitag problemlos „schluckte“ und dennoch hervorragende Bedingungen für Reiter und Pferde präsentierte.

„Dadurch haben wir ausgezeichnete Leistungen gesehen“, bilanzierte der erfolgreichste Springreiter aller Zeiten und Sportliche Leiter Hans Günter Winkler, „die internationalen und nationalen Cracks waren voll des Lobes über die sportlichen Voraussetzungen.“ Gleich in vier Prüfungen gab es wertvolle Weltranglistenpunkte für die FEI Rolex Rankings zu holen, „das war ein zusätzlicher Anreiz für die Top-Reiter“.

Carl Fritz Bardusch, beim S&G Goldstadt Cup für die Finanzen verantwortlich, zeigte sich mit dem Jubiläumsturnier ebenfalls sehr zufrieden: „Wir konnten trotz der schwierigen Zeiten das Preisgeld anheben und uns auf die Unterstützung unserer Sponsoren und Partner verlassen, die uns zum Teil von Anfang an die Treue halten.“ Nachdem an den beiden ersten Tagen das schlechte Wetter einen größeren Publikumszuspruch verhinderte, verfolgte am Samstag eine große Zuschauerkulisse die Prüfungen. „Und bei dem sonnig-warmen Wetter am heutigen Sonntag bin ich sicher, dass wir am Nachmittag beim Großen Preis der S&G Automobil AG volle Ränge haben werden“, sagte Bardusch.

Die Geschäftsführerin der Turnier-GmbH, Fritzi Speidel-Zachmann, zeigte sich erfreut über die Anerkennung der Teilnehmer, die sich lobend über die familiäre und dennoch professionelle Atmosphäre beim S&G Goldstadt Cup geäußert hätten. Die erstmals angebotene Tour für Amateure, so Speidel-Zachmann, „wollen wir beibehalten, aber im nächsten Jahr müssen wir hierfür im Amateurlager noch aktiver werben und uns Gedanken über die Modalitäten machen“.

Christian Kraus, der Erste Vorsitzende des Pforzheimer Reitervereins, zeigte sich mit dem Ablauf des Turniers „sehr zufrieden“. Hinter den Kulissen habe alles reibungslos geklappt, „das Team ist mittlerweile perfekt eingespielt“ und die Einteilung der mehr als 100 Helferinnen und Helfer habe sich bewährt. „Das gratis angebotene Reiten für Kinder fand großen Anklang“, so Kraus, der seit Ende März im Amt ist, „wir hatten insgesamt sieben Pferde im Einsatz und konnten so vielen Kindern den Kontakt zum Pferd und zum Reiten ermöglichen.“

Neuer Stern am Springsporthimmel: Lemmer gewinnt Preis der Sparkasse Pforzheim Calw

PFORZHEIM (PZ-news). Oliver Lemmer – an diesen Namen werden sich die Reitsportfreunde in Deutschland möglicherweise gewöhnen müssen. Denn der 29-Jährige aus dem rheinischen Lohmar nimmt derzeit die Hindernisse mit Bravour und Erfolg.


Für die Siegerehrungen haben sich die Verantwortlichen auf dem Buckenberg diesmal etwas besonderes einfallen lassen. So wurde auch PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer im Sulky-Wagen von Elke Hartmann, gezogen von Mini-Pony “Poet” zur Siegerehrung chauffiert. “Unser siebenjähriges Shetland-Pony kann bequem sein dreifaches Eigengewicht ziehen”, verriet die Besitzerin aus Wimsheim mit einem Augenzwinkern. Das klein gewachsene Showpony, das zu Feierlichkeiten gebucht werden kann, hat eine eigene Internet-Webseite einen eigenen Fanclub. Auch in Pforzheim dürfte “Poet” neue Freunde gefunden haben. pep/ok

Mit Siegen bei fünf verschiedenen Prüfungen machte Lemmer beim Adventsturnier in Dresden erstmals auf sich aufmerksam. Am Samstag hatte er auch beim S&G Goldstadt Cup in Pforzheim alle Aufmerksamkeit für sich, als er auf dem zwölfjährigen Schimmel-Wallach Montanus Colorado den Preis der Sparkasse Pforzheim Calw für sich entschied und dafür 5000 der insgesamt 25 000 Euro Preisgeld einstreichen durfte.

Bereits als Vierter von 46 Startern war Lemmer in den Parcours mit zwölf Hindernissen und 15 Sprüngen gegangen, hatte als Erster eine fehlerfreie Runde hingelegt. Also musste Lemmer auch als Erster von zehn Teilnehmern im Stechen ran. Und wie gut dabei seine fehlerfreie Zeit nach sieben Hindernissen (34, 04 Sekunden) war, sollte sich schnell zeigen. Viele Konkurrentinnen und Konkurrenten brauchten fünf oder sechs Sekunden mehr. Der Einzige, der auch nur halbwegs in Lemmers Dimensionen vorstoßen konnte, war der für Ravensberg reitende Daniel Deusser, der auf dem 13-jährigen Hengst Air Jordan aber 82 Hundertstel Sekunden mehr benötigte. Dritter wurde der Japaner Taizo Sugitani auf Avenzio (36,53).

Hilfe aus Syrien

Dass es bei Oliver Lemmer in den vergangenen Monaten so gut lief, hat einen einfachen Grund. Der Rheinländer hat einen Sponsor gefunden. Der Syrier Achmad Hamsho unterstützt seit Oktober den jungen Springreiter. „Ich betreibe mit meinem Vater einen Turnier- und Handelsstall. In der Jugend hatte ich häufig gute Ergebnisse, doch dann musste ich die Pferde, die wir ausgebildet hatten, immer wieder verkaufen.“ Dank des Sponsors verfügt Lemmer über gutes Pferdematerial. Dazu zählt der Wallach Montanus Colorado, mit dem er nun Erfolge sammelt – so wie in Pforzheim.Nur hauchdünn hatte Franke Sloothaak beim Sparkassen-Preis das Stechen verpasst. Der zweifache Olympiasieger blieb im Umlauf zwar ohne Abwurf, handelte sich aber wegen einer minimalen Zeitüberschreitung einen ärgerlichen Strafpunkt ein.Lemmer hatte auch am Freitag ein S-Springen auf dem Buckenberg gewonnen, der für Ravensberg reitende Daniel Deusser war im Preis des Gestüts Dobel am Samstagabend erfolgreich. Ansonsten aber teilten sich vor allem die ausländischen Reiterinnen und Reiter die Erfolge bei den großen Springen am Wochenende. Das galt auch für den Preis der Schmuckwelten. Hier sicherte sich der Schweizer Beat Mändli auf der zwölfjährigen Stute Quanta Costa den Hauptpreis – und das waren stilecht Goldbarren im Wert von 5000 Euro. Der Eidgenosse hatte fast 1,5 Sekunden Vorsprung auf den Japaner Taizo Sugitani, der die Schimmelstute California durch den Parcours lenkte. Mit Timo Beck (Kehl) auf dem Wallach Askaban landete der beste Deutsche auf Rang drei.

Ausländer auf dem Podest

Beim Preis der Firma Bardusch belegten die Gäste dann gleich alle drei Podestplätze. Mändli ritt auf Queensland auf Rang zwei, nur 17/100 Sekunden hinter dem Australier James Paterson-Robinson auf dem Wallach Casanova junior und 35/100 vor seinem Landsmann Daniel Etter. Udo Koller

PZ-news | 16.05.09 – 12:35 Uhr | geändert: 17.05.09 – 20:43 Uhr

Hochgehandelte Konkurrenten hinter sich gelassen: Karim El Zoghby gewinnt Preis der Pforzheimer Zeitung

Gut lachen hatte Karim el Zoghby als Sieger im Preis der Pforzheimer Zeitung zusammen mit PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer. Bild: PZPFORZHEIM (PZ-news). Soviel ist sicher: Die Sieger beim Preis der Pforzheimer Zeitung werden immer exotischer. Während sich im vergangenen Jahr noch der Niederländer Gert-Jan Bruggink auf dem Buckenberg feiern ließ, lag diesmal der Ägypter Karim El Zoghby auf seiner Stute Renetty ganz vorn.

Von PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer nahm der Mann von den Pyramiden seinen Preis in Empfang und strahlte auch lange nach der Siegerehrung wie ein Honigkuchenpferd. „Renetty ist lange bei den Amateuren geritten und erst kürzlich zu mir gekommen“, verriet der Ägypter. „Ich wollte einfach nur versuchen, sie schnell zu reiten. Und sie war schnell – sogar sehr schnell.“

Starke Konkurrenz abgehängt

Bei seinem Triumphzug auf dem Hans-Günter-Winkler-Platz ließ El Zoghby auch eine ganze Reihe hochgehandelter Konkurrenten hinter sich. Unter anderem den ×Gewinner des Sparkassen-Preises Oliver Lemmer, Olympiasieger Franke Sloothaak, Jessica Kürten oder die dreifache deutsche Meisterin Eva Bitter.Traditionell ist der PZ-Preis (S-Springen der Mittleren Tour) eine Zwei-Phasen-Prüfung mit integriertem Stechen. Der Parcours mit seinen 14 Hindernissen war zweigeteilt. Nur wer die ersten neun Sprünge fehlerfrei absolvierte, durfte auch die letzten Hindernisse in Angriff nehmen. Gewertet wurden dann Fehler und Zeit der zweiten Phase.El Zoghby, der sich über ein Preisgeld von 1125 Euro freute, legte in beiden Umläufen ein atemberaubendes Tempo vor und wurde am Ende mit 27,18 Sekunden gestoppt. Knapp dahinter platzierte sich Oliver Lemmer (27,44) mit seiner zehnjährigen Fuchsstute Lucie de Brecey und strich immerhin noch eine Prämie von 900 Euro ein. Timo Beck, der amtierende baden-württembergische Hallenchampion, war auf seinem neunjährigen Holsteiner Wallach Askaban bei einer Zeit von 27,78 Sekunden ebenfalls ohne Fehler geblieben und wurde mit 675 Euro belohnt. pep

PZ-news | 16.05.09 – 12:32 Uhr | geändert: 17.05.09 – 20:20 Uhr

Springreiterin Jessica Kürten im Interview: “Mit Pferden bin ich glücklich”

PFORZHEIM (PZ-news). Starke Frauen in der Weltspitze sind beim Springreiten keine Seltenheit mehr. Jessica Kürten (39) aus Irland ist eine davon. Die Mannschafts-Europameisterin von 2001 und aktuelle Nummer 14 der Weltrangliste startete erstmals beim Goldstadt Cup. PZ-Mitarbeiter Peter Hepfer unterhielt sich mit ihr.

Gesprächsbereit, notfalls auch auf dem Pferderücken: Jessica Kürten beim telefonieren mit dem Handy. Foto: PZPforzheimer Zeitung: Sie gelten als die beste Springreiterin Ihres Landes. Sind Sie das irische Pendant zu Meredith Michaels-Beerbaum?

Jessica Kürten: Ich bin vielleicht auch die einzige Springreiterin in Irland (lacht). Nein, Spaß beiseite, wenn jemand mich mit Meredith vergleicht, schmeichelt mir das sehr. Mein Team zu Hause, mein Mann, meine Pferde und die Besitzer meiner Pferde haben am Erfolg großen Anteil.

PZ: Es gibt sogar Experten, die behaupten, Sie hätten einen eleganteren Stil als Ihre Reiterkollegin?

Kürten: Sie müssen mir unbedingt verraten, wer das gesagt hat. Dann drücke ich dem einen Kuss auf die Wange (lacht). Nein, nein – das ist unwahrscheinlich. Es gibt nur etwa 20 Weltklassereiter, die hart dafür arbeiten, ganz oben zu bleiben. Es ist auch nicht so wichtig, die Reiter zu vergleichen. Denn viel hängt davon ab, was wir unter uns haben. Die Pferde machen den Unterschied. Und darin hatte ich bisher immer sehr viel Glück.

PZ: Wie sind Sie zum Pferdesport gekommen?

Kürten: Mein Vater war leidenschaftlicher Galopp-Rennreiter. Er ist zwar Zahnarzt, aber das hat er nur gemacht, um Geld für seine Pferde zu verdienen. Meine Mutter ist Künstlerin und hat früher sehr gefühlvoll Pferde gemalt. Schon mit zwei Jahren bin ich im Sattel gesessen. Es geht sogar das Gerücht, meine Mutter hätte einen Jagdausflug geritten, als sie mit mir im achten Monat schwanger war. Das hat mich wohl geprägt.

PZ: Seit 1998 sind Sie mit ihrem deutschen Mann Eckard verheiratet und leben im Rheinland. Er ist Ihr Manager. Wie vertragen sich denn irische und deutsche Mentalität?

Kürten: Oh, oh – wir sind ein ziemlich feuriges Team. Mein Mann ist ein toller Manager und ein Spitzenmensch mit einem großen Herzen. Um mich zu managen, hat er seinen Job aufgegeben. Dafür bin ich ihm unendlich dankbar. Er lenkt mich in die richtigen Bahnen.

PZ: Sie haben schon viele sportliche Erfolge gefeiert. Welcher war Ihnen der liebste?

Kürten: Der Sieg bei der Mannschafts-EM 2001 in Holland war natürlich ein Highlight. Aber Pferdesport ist vor allem Einzelsport. Deshalb ist mir der Gewinn der Global Champions Trophy letztes Jahr in Sao Paolo auch sehr wichtig. Auf diesen Moment habe ich 20 Jahre hingearbeitet. Für mich und mein Spitzenpferd Castle Forbes Libertina, das zurzeit leider verletzt ist, war das gigantisch. Wir haben gefeiert ohne Ende.

PZ: 1996 und 2004 haben Sie an den Olympischen Spielen teilgenommen. Wie steht’s mit London 2012?

Kürten: Ich komme ja ursprünglich aus Nordirland und habe sowohl den irischen als auch den britischen Pass. London reizt mich unheimlich. Das ist fast so, als würdest du die Chance kriegen, in einem James Bond-Film mitzuspielen. Bei so einem Klassiker muss man dabei sein. Dafür werde ich alles geben.

PZ: Sie sollen mal gesagt haben, dass sich noch mit 85 reiten wollen.

Kürten: Das ist korrekt. Mit Pferden bin ich rundum glücklich und will solange wie nur irgend möglich reiten. Auch auf die Gefahr hin, dass mein Mann verzweifelt. Außerdem arbeite ich seit Jahren fleißig an einem Lottogewinn. Wenn das funktioniert, wird der coolste Pferde-Lkw der Welt gekauft.

PZ: Kommen Sie mit dem dann auch wieder zum Goldstadt Cup nach Pforzheim?

Kürten: Aber sicher. Ich bin hier im Regen angekommen und wurde so warmherzig empfangen. Für Reiter ist das hier ein super Turnier. Das habe ich sofort gespürt.

PZ-news | 16.05.09 – 12:39 Uhr | geändert: 17.05.09 – 19:50 Uhr

Petrus spendete den Springreitern viel Wasser von oben — S&G Goldstadt Cup: Späte Entscheidung

Fehlerfrei mit der schnellsten Zeit sicherte sich Tim Rieskamp-Gödeking auf dem neunjährigen Wallach Abdullah den Sieg im ersten Springen der Großen Tour. Foto: Schmid

PFORZHEIM (PZ-news). Es war eine späte Entscheidung. Und es war eine enge Entscheidung: Beim S&G Goldstadt Cup der Springreiter ritten zum Auftakt der Großen Tour am Freitagabend drei der letzten vier Starter weiter nach vorne.

Simon, der 2001 in Pforzheim den Großen Preis gewonnen hat, hatte bei der mit 8000 Euro dotierten Prüfung der Großen Tour mit 68,17 Sekunden recht früh die Zeit vorgelegt, die es zu schlagen galt. Lange Zeit sah es so aus, als könne der in Weissenheim am Sand in der Kurpfalz lebende Altmeister auf seinem elfjährigen Holsteiner Wallach Caldato den Sieg für sich reklamieren. Doch unter den letzten vier Startern waren gleich drei Reiter, die am Ende ganz weit vorne landeten. Mit der Winzigkeit von drei hundertstel Sekunden sicherte sich schließlich Tim Rieskamp-Gödeking Platz eins vor dem Großen-Preis-Sieger von 2008, Franke Sloothaak (Borgholzhausen). Der 27-jährige aus Westerkappeln mit seinem erst neunjährigen Wallach Abdullah legte als viertletzter Starter in 67,09 Sekunden die Siegerzeit vor. Als vorletzter Starter fegte Sloothaak auf Aquino, einem zwölfjährigen in Holstein gezogenen Wallach, ohne Abwurf in 67,12 Sekunden durch den Parcours. Am Ende fehlte nur ein Wimpernschlag.

Kampf mit dem Wasser: Ein Helfer im Parcours beim Goldstadt Cup. Foto: Schmid„Ich hätte nicht gedacht, dass ich die Zeit von Hugo Simon überhaupt einholen könnte“, freute sich der Sieger später. Für den Großen Preis am Sonntagnachmittag will Rieskamp-Gödeking aber keine Rückschlüsse aus dem gestrigen Tag ableiten: „Da werden die besten Reiter noch einmal andere Geschütze auffahren und Vollgas geben.“Doppeldeutiger Wasserspender

Fast schon sinnbildlich war es, dass es beim wichtigsten Springen des gestrigen Tages um den Preis der Firma Bardusch Wasserspender ging. Der Petrus spendete den Springreitern viel Wasser von oben. Reiter und Pferde kämpften ebenso mit Pfützen wie mit Hindernissen. Ein Glück nur, dass die Prognose für das Wochenende besser ist.

Im zweiten S-Springen des gestrigen Tages sicherte sich der 29-jährige Oliver Lemmer aus Lohmar den Preis der Thermik Gerätebau GmbH.

PZ-news | 15.05.09 – 09:21 Uhr | geändert: 15.05.09 – 21:47 Uhr

Der Startschuss ist gefallen: Jetzt springen sie wieder beim S&G Goldstadt-Cup

Sprung über das Drachen-Hindernis: Der Brite Martin Richard Dawes auf Dornkaat gestern bei den ersten Wettbewerben des S&G Goldstadt Cups. Foto: Gössele

PFORZHEIM (PZ-news). Der Startschuss ist gefallen. Mit einem Warm-up und drei Prüfungen für Amateure wurde am Donnerstag das große Pforzheimer Reitturnier eingeläutet.

In der Bronze-Tour der Amateure ließ Christina Schmierer aus Wiernsheim auf “Little One” die internationale Konkurrenz deutlich hinter sich und übernahm somit nach der ersten von drei Prüfungen die Führung in dieser Tour. Am Freitag stehen die ersten Springen der Profis auf dem Programm.

Mehr als 160 000 Euro gibt es bis Sonntag in insgesamt 13 Springprüfungen beim S&G Goldstadt Cup auf der Anlage des Pforzheimer Reitervereins zu gewinnen. In vier Springen werden auf dem Buckenberg Weltranglistenpunkte vergeben. Internationale Spitzenkönner wie der zweifache Olympiasieger Franke Sloothaak (Borgholzhausen) oder die Weltranglisten-Sechste Jessica Kürten (Irland) satteln ihre Pferde.

PZ-news | 14.05.09 – 11:01 Uhr | geändert: 14.05.09 – 20:02 Uhr

S&G Goldstadt Cup – Pressekonferenz: Stelldichein der Spitzen-Reiter aus aller Welt

PFORZHEIM (PZ) – Am Wochenende geben sich wieder Spitzen-Reiter aus aller Welt in Pforzheim ein Stelldichein. Der S&G Goldstadt-Cup ist prominent besetzt, auch wenn Meredith Michaels-Beerbaum ihre Teilnahme abgesagt hat. Die Weltranglisten-Erste wollte ursprünglich nach Pforzheim kommen, wurde aber, so war am Rande der Pressekonferenz für den Goldstadt-Cup zu erfahren, von Bundestrainer Otto Becker für den Nationenpreis beim Turnier im französischen La Baule nominiert.


Hintergrund:
“Wollte sich nicht blamieren”

PFORZHEIM (PZ). Eigentlich sollte auch die derzeit beste Springreiterin, Meredith Michaels Beerbaum in Pforzheim starten. Danach hieß es, sie sei für den Nationenpreis in La Baule kurzfristig nachnominiert worden.
Doch bereits am Turnierdonnerstag machte auf dem Buckenberg in Windeseile die gänzlich anders lautende Nachricht die Runde: 
Sommerstorf (comtainment.de) – Der Anruf bei Jens Vogt kam abends anderthalb Tage vor Turnierbeginn: Springreiter Markus Beerbaum (Thedinghausen) fragte beim Turnierleiter des 9. KMG CUP in Sommerstorf (14.-05.-17.05.09) vorsichtshalber mal nach, ob wohl seine Frau auch in Sommerstorf willkommen sei. Die Frau heißt Meredith Michaels-Beerbaum, ist die Nummer eins der Weltrangliste, Weltcupsiegerin und Europameisterin. „Da sagt man gern ja,“ bekundete Jens Vogt unumwunden.

Tatsächlich sattelte die gebürtige Amerikanerin mit deutschem Pass gemeinsam mit Ihrem Mann Markus Beerbaum bei dem nationalen Turnier in Mecklenburg-Vorpommern ihre Pferde. Der Grund: “Shutterfly” braucht eine Pause. Und weitere gute Pferde, mit denen sie in Pforzheim konkurrenzfähig gewesen wäre, hat Meredith Michaels-Beerbaum derzeit nicht zur Verfügung. “Sie wollte sich hier einfach nicht blamieren”, so Turnierchef Hans Günter Winkler.
KMG CUP»

Doch die Besetzung der Veranstaltung in Pforzheim, die zu den Top 10 im nationalen Terminkalender zählt, ist immer noch erstklassig. Mit Lars Nieberg (Homberg/Ohm) und Franke Sloothaak (Borgholhausen) gehen auf dem Buckenberg erneut zwei Doppel-Olympiasieger an den Start. Nieberg gewann 1996 und 2000 Team-Gold, Sloothaak 1988 und 1996.

Stark ist in diesem Jahr auch die internationale Beteiligung. Vor allem die Irin Jessica Kürten dürfte nach der Absage von Michaels-Beerbaum in den Fokus rücken. Auf die Weltranglisten-Sechste ist auch Hans Günter Winkler gespannt. Der erfolgreichste deutsche Springreiter aller Zeiten gehört in Pforzheim seit Jahren zur Turnierleitung und freut sich auf ein „wunderbares Starterfeld“ mit mehr als 60 Reiterinnen und Reitern aus 16 Nationen.

Preisgeld und Ranglistenpunkte

Auch der dreifache Weltcup-Sieger Hugo Simon (Österreich), der Deutsche Carsten-Otto Nagel (Weltranglisten-Position 36), der Niederländer Gert Jan Bruggink (WR 37) und der Schweizer Daniel Etter (WR 43) satteln ihre Pferde auf dem Buckenberg, wenn es um mehr als 160 000 Euro Preisgeld und in vier Springen um Weltranglistenpunkte geht.

Das Pforzheimer Turnier hat auch in wirtschaftlich schweren Zeiten seinen Stellenwert behauptet. Das wurde gestern bei der Pressekonferenz deutlich. „Wir haben uns nicht zurückgezogen. Wir bleiben Sponsor und freuen uns auf das Turnier“, erklärte Wolfgang Ritz als Vorstandsvorsitzender der S & G und Gastgeber der Pressekonferenz. Carl-Fritz Bardusch, der in der Turnierleitung für die Finanzen zuständig ist, konnte sogar von einer leichten Steigerung beim Preisgeld berichten – in diesen Zeiten, in denen manches Reitturnier ums Überleben kämpft, keine Selbstverständlichkeit. „Alle Sponsoren bleiben dabei. Wir können unseren Zuschauern wieder ein klasse Reiterfeld bieten“, freute sich Bardusch.

Zu den Top-Sponsoren zählen die Sparkasse Pforzheim-Calw und die Schmuckwelten. Für den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse, Dr. Herbert Müller, passen das Jubiläum seines Institutes (175 Jahre) und das kleine Jubiläum des Turniers (10. Auflage) bestens zusammen. „Schließlich ist die Veranstaltung ein Glanzlicht in der Region.“ Ähnlich sieht es Schmuckwelten-Geschäftsführer Michael Buck: „Edle Reiter, edle Pferde, edle Marken – das passt zusammen.“

Dass der Goldstadt Cup den Namen der Stadt über die Region hinausträgt, unterstrich Sportbürgermeister Gert Hager. „Das ist eines der Highlights im Jahreskalender, hier trifft sich das ‚Who ist who‘ der Reitwelt.“ Für ein schönes Ambiente will der gastgebende Pforzheimer Reiterverein mit seinem neuen Vorsitzenden Christian Kraus sorgen. „Wir wollen mit 150 Helferinnen und Helfern unseren Beitrag leisten“, versprach der Vorsitzende, der auch ein umfangreiches Rahmenprogramm ankündigte.

Beginn bereits am Donnerstag

Erstmals beginnt das Turnier in diesem Jahr bereits am Donnerstag mit Amateurspringen ab 17.00 Uhr. Der Freitag bietet dann bereits drei Springprüfungen der Kategorie S mit dem Auftakt der großen Tour um 16.30 Uhr (Preis der Bardusch Wasserspender). Höhepunkt am Samstag (Beginn 8.45 Uhr) ist das S-Springen mit Stechen um den Preis der Sparkasse (13.45 Uhr). Am Sonntag stehen dann ab 8.30 Uhr noch einmal drei Prüfungen auf dem Programm, darunter der Preis der Schmuckwelten (11.30 Uhr) und der Große Preis um 14.30 Uhr. Udo Koller

In wirtschaftlich schweren Zeiten Stellenwert behauptet

Die dreifache deutsche Meisterin Eva Bitter mit (von links) PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer, Sportbürgermeister Gert Hager, dem Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Ritz von Turnier-Titelsponsor S&G Automobile, dem Reitervereinvorsitzenden Christian Kraus, Carl-Fritz Bardusch vom Turniervorstand, Schmuckwelten-Geschäftsführer Michael Buck und dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Pforzheim Calw, Dr. Herbert Müller.

Reitlegende Hans Günter Winkler (Mitte) präsentiert zusammen mit dem neuen Reitervereinvorsitzenden Christian Kraus (links) und dessen Vorgänger Hans Schweizer das Turnierprospekt.
Fotos: Ketterl


PZ-news | 11.05.09 – 14:24 Uhr | geändert: 11.05.09 – 18:28 Uhr

Zum Thema: Investitionen in Kommunikation während der Krise

Goldstadt Cup Mitbegründer und Finanzchef Carl-Fritz Bardusch. Foto: PZ

Pforzheim (PZ/PAGE) – Das Pforzheimer Turnier hat auch in wirtschaftlich schweren Zeiten seinen Stellenwert behauptet. Das wurde gestern bei der Pressekonferenz deutlich. „Wir haben uns nicht zurückgezogen. Wir bleiben Sponsor und freuen uns auf das Turnier“, erklärte Wolfgang Ritz als Vorstandsvorsitzender der S&G und Gastgeber der Pressekonferenz.

Carl-Fritz Bardusch, der in der Turnierleitung für die Finanzen zuständig ist, konnte sogar von einer leichten Steigerung beim Preisgeld berichten – in diesen Zeiten, in denen manches Reitturnier ums Überleben kämpft, keine Selbstverständlichkeit. „Alle Sponsoren bleiben dabei. Wir können unseren Zuschauern wieder ein klasse Reiterfeld bieten“, freute sich Bardusch.

Interessante Aspekte zum Thema Investitionen in Kommunikation während der Krise führt in diesem Zusammenhang das Webdesign Magazin “PAGE” in seiner Ausgabe 06.2009 ins Feld:

  • Anzeigeflächen, Werbemaßnahmen sind im allgemeinen günstiger
  • Werbung wird wirksamer, es gibt weniger Werbung insgesamt
  • Authentizität und Glaubwürdigkeit ist bedeutender denn je
  • punktgenaue Kommunikation ist nötig, keine verschwenderische Massenstreuung
  • Werte der Firma, Produkte, … weiterführen
  • sich profilieren, Signale setzen, Zukunftsfähigkeit nach außen transportieren
  • proaktiv agieren
  • Gfk Studie

Gfk Stude: Studie des Nürnberger Marktforschungsinstitut Gfk.

Antizyklisches Werbeverhalten hilft Unternehmen besser durch schwierige Phasen zu kommen. Sog. “Gewinnermarken” haben in der Krise 2001-2003 Ihren Marktanteil um 10% oder mehr erhöht durch im Durchschnitt 49% mehr Werbeausgaben, während sog. “Verlierermarken” ihre Budgets kürzten und an Marktanteilen verloren.

Berühmte Beispiele:

CITROEN: Im April 2007 startet Landor Paris gemeinsam mit der CITROEN-eigenen Designabteilung die Entwicklung des Rebrandings und zog angesichts der düsteren Aussichten für 2009 nicht die Reißleine, sondern führte den neuen Markenauftritt kontinuierlich weiter.

MINI: Mit einer neuen Kampagne startet MINI ins Krisenjahr, dabei war es keineswegs so, dass Geld keine Rolle spielte. Die Mini Mutter BMW verlangte Effizienz.

Webdesign Magazin “PAGE” | Ausgabe 06.2009 | Erstellt: 13.05.09 – 16:46 Uhr | page-online.de

Frühstück beim Pforzheimer Reiterverein — Eistee und ein Pferd überm Tisch

Teilt sein Frühstücks mit „Lollipop“: PZ-Redakteur Thomas Kurtz füttert das Pferd von Reitturnierchefin Fritzi Speidel-Zachmann. Foto: Lutz

PFORZHEIM (PZ-news) – Wer bei fremden Menschen gratis frühstücken will, muss sich auf einiges gefasst machen. Online-Redakteur Thomas Kurtz hat da schon ein dickes Fell entwickelt. Aber manchmal kommt selbst er ins Staunen über das, was manche Zeitgenossen brauchen, um einen guten Start in den Tag hinzulegen. Fritzi Speidel-Zachmann zum Beispiel verzichtet morgens auf feste Nahrung und trinkt nur einen Eistee. Am besten noch aus der Dose.

Und so erwartet den dauerhungrigen Online-Redakteur mitten auf dem Turnierplatz des Pforzheimer Reitervereins ein Tisch mit edlem weißen Tuch, gebläht vom Wind und gebändigt durch Eistee-Dosen an den vier Tischecken. Darauf zwei Butterbrezeln und zwei Croissants. Speziell für den Gast bereitgestellt, denn die Gastgeberin selbst hat so früh noch keinen Hunger.

Das liegt vielleicht auch daran, dass sie gerade extrem viel um die Ohren hat. Schließlich liegt es auch an ihr, wenn der 10. S&G Goldstadt Cup, ein internationales Reitturnier mit Star-Besetzung, ein Erfolg werden soll. Einen Vorgeschmack auf die sportlichen Höhepunkte durfte Kurtz erleben, als Reitlehrer FN Michael Walter auf “Lucky Joke” den Frühstückstisch als Hindernis benutzte und Sandspritzer auf den Papptellern hinterließ.

Beim Turnier vom 14. bis 17. Mai auf der Anlage des Pforzheimer Reitervereins im Altgefäll werden die Hindernisse höher, breiter und bunter sein. Und dann wird nicht Kurtz auf dem Sandplatz um sein Frühstück fürchten, sondern darum herum eventuell über 10.000 Zuschauer den Reitprofis zu jubeln. Weil der S&G Goldstadt Cup inzwischen zu den wichtigsten deutschen Turnieren für Springreiter zählt, weil hier Weltranglisten-Punkte vergeben werden, fahren die Stars der internationalen Reitszene nach Pforzheim.

Internationale Reitstars

Auf dem Parcours starten wird zum Beispiel Meredith Michaels-Beerbaum, die Führende der Weltrangliste und vierfache Europameisterin. Fritzi Speidel-Zachmann freut sich nicht nur über die wohl in den vergangenen Jahren erfolgreichste Reiterin weltweit, sondern über weitere starke “Amazonen”. So besitzt zum Beispiel Jessica Kürten Chancen auf den Sieg. Aber weil bei solch einem Turnier auch viel von der Tagesform abhängt, dürfen sich auch die Herren wie Lars Nieberg, Toni Hassmann, Christian Ahlmann und Carsten-Otto Nagel Siegchancen ausrechnen. Schließlich haben sie alle schon einmal bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften Medaillen gesammelt.

Dass Fritzi Speidel-Zachmann beim Springreiten Medaillen geholt hat, ist aber schon ein paar Jahre her. Ihren elfjährigen Holsteiner Wallach “Lollipop” bewegt sie nur noch auf dem Reitplatz oder im Gelände, aber die wilde Jagd über Hindernisse ist nicht mehr ihr Ding. Das sieht auch ihre Labrador-Hündin “Chica” so, die es vorzieht, nicht über Hindernisse hinweg, sondern am Korb mit den Brezeln ihres Frauchens hoch zu springen. “Ich habe Angst bekommen. Ich mach es mir jetzt gemütlich”, sagt sie und ergänzt, dass sie fünf bis sechs Mal in der Woche ihr “Rentnerpferd” aus dem Stall holt, um auf dem Rücken des Pferdes allen Stress zu vergessen.

Über 150 ehrenamtliche Helfer

Stress hat sie zur Zeit genug. Als Koordinatorin des S&G Goldstadt Cup laufen die organisatorischen Fäden bei ihr zusammen. Das fängt schon damit an, dass sie gleich nach dem Ende eines Turniers wieder für das nächste mit den Planungen beginnt, Genehmigungen einholt, Sponsoren umsorgt, Helfer einteilt, die Verpflegung von Mensch und Tier sichert und nicht zuletzt auch Toilettenhäuschen bestellt. Weil das Pforzheimer Reitereignis ein internationales Turnier mit Weltranglistenpunkten ist, gelten besonders strenge Vorschriften bezüglich der Unterbringung der Pferde, der Stallwachen, der Dopingkontrollen und tierärztlichen Überprüfung.

Fritzi Speidel-Zachmann will da nichts dem Zufall überlassen. Reitlehrer FN Michael Walter hilft ihr als technischer Turnierleiter ebenso wie Reitsportlegende Hans Günter Winkler als sportlicher Turnierleiter und Carl-Fritz Bardusch. Dass die rund 90 Wettkampf-Reiter – über 50 davon sind Profis – mit ihren 600 Pferden nebst den 10.000 Zuschauern ein perfektes Event erleben dürfen, sind über 150 ehrenamtliche Helfer und Organisationen wie der Deutsche Hilfsdienst aktiv.

Turnier mit familiärer Atmosphäre

Was nach einer unübersichtlichen Menge aussieht, kommt für die Sportler eher als “familiäre Atmosphäre” daher. Die Reiter, so Fritz Speidel-Zachmann, würden die persönliche Ansprache, das familiäre Flair, die individuelle Versorgung besonders schätzen. Das dürften auch die Amateure unter den Reitsportlern wohl so sehen. Erstmals gibt es für sie einen eigenen Wettbewerb innerhalb des großen Turniers.

Und was gibt es sonst noch auf dem Gelände des Pforzheimer Reitervereins zu erleben. “Jede Menge”, sagt Fritzi Speidel-Zachmann und zählt gleich alles Mögliche auf, was irgendwie unterhaltend sein könnte. Sie vergisst auch nicht das Catering, das dann freilich anders aussehen wird als das, was die Gastgeberin des Frühstücksfernsehens dem Online-Redakteur serviert hat. Vielleicht, so Kurtz, schaut er ja an den Turniertagen vorbei und probiert dann die ein oder andere Köstlicheit. Vorausgesetzt, er muss den Schampus nicht aus Dosen schlürfen und an nur an Butterbrezeln knabbern.

PZ-news | Erstellt: 08.05.09 – 21:31 Uhr | geändert: 09.05.09 – 03:01 Uhr

Kommende Woche auf dem Buckenberg: Weltranglisten-Erste kommt zum S&G Goldstadt-Cup

Die Weltranglisten-Erste Meredith Michaels-Beerbaum. Foto: dpa

PFORZHEIM (PZ-news) – Wenn in der kommenden Woche vom 14. bis 17. Mai der S&G Goldstadt-Cup der Springreiter in Pforzheim stattfindet, wird auch wieder die Weltranglisten-Führende Meredith Michaels-Beerbaum ihre Pferde auf dem Buckenberg satteln.

Dies gaben am Mittwoch die Organisatoren des S&G Goldstadt-Cups bekannt. Außerdem sind zahlreiche weitere Weltklasse-Reiter auf dem Buckenberg am Start. Bereits im vierten Jahr wird der S&G Goldstadt Cup als internationales Drei-Sterne-Turnier ausgeschrieben. Gleich in vier Prüfungen wird um die begehrten Weltranglistenpunkte geritten. Pforzheim hat sich nach Angaben des Veranstalters zu einem der besten Freilandturniere Deutschlands entwickelt. ok/ms

PZ-news | Erstellt: 06.05.09 – 12:11 Uhr | geändert: 06.05.09 – 14:19 Uhr